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Hasso Nauck: Der Bremer Schokoladen-Prinz von Hachez

Hasso Nauck aus der traditionsreichen Dynastie Hachez kaufte sein Unternehmen zurück - und hat es danach erfolgreich wiederbelebt. Nach Lindt ist seine Manufaktur die Nummer zwei unter den Premiumschokoladen. Jetzt freut er sich aufs Ostergeschäft.

Hachez-Inhaber Hasso Nauck: Die roten Schnürsenkel sind das Markenzeichen des Schokoladen-Unternehmers. Quelle: Ludwik Erdmanski
Hachez-Inhaber Hasso Nauck: Die roten Schnürsenkel sind das Markenzeichen des Schokoladen-Unternehmers. Quelle: Ludwik Erdmanski

DÜSSELDORF. Bei dem Bremer Schokoladenhersteller Hachez gibt es feste Regeln für die Mitarbeiter: Innerhalb der Fabrikmauern dürfen sie naschen, so viel sie wollen. "Nur mit nach Hause nehmen dürfen sie nichts", sagt Hachez-Inhaber Hasso Nauck. Die Großzügigkeit gegenüber den 425 Mitarbeitern ist kein Altruismus: Die Geste soll eine Identifikation mit den Produkten erzeugen - und die Angestellten dienen Nauck zudem noch als kostenlose Testesser. "Stellen wir neue Produkte hin und keiner nimmt sie, dann stutzen wir", berichtet er. Der Marktforschung traue er nicht. Die erhebe nur, was in ihren Rastern strukturierbar ist - mehr nicht, sagt Nauck.

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Die Bremer Hachez Chocolade ist mit ihren Marken "Hachez" und "Feodora" nach Lindt die Nummer zwei im Markt der Premiumschokoladen. Doch seine Manufaktur - so Nauck - sei die einzige, die vom Rösten der Kakaobohne bis zum Endprodukt - und das sind rund 200 verschiedene Bearbeitungsschritte - alles in Eigenregie mache. Wie die meisten Familienunternehmen will der Hanseat keine Ergebnisse verraten. "Wir machen lieber Umsatz, statt drüber zu reden", lautet seine Devise. 2008 machte das Unternehmen laut Elektronischem Bundesanzeiger rund 54 Mio. Euro Umsatz.

Immerhin verrät Nauck: "2009 war ein sehr schwieriges Jahr. Auf der Markt- wie auf der Konsumentenseite." Erschwerend komme der Preiskampf im Lebensmittelhandel hinzu. Doch dieses Jahr seien sie schon "auf einem sehr viel besseren Weg". Nervös mache ihn das nicht, schließlich denken Familienunternehmer wie er nicht in Drei-Monats-, sondern in 15-Jahres-Rhythmen.

Er investiere jährlich bis zu drei Mio. Euro, doch Veränderungen zeigten sich nur in Minischritten. Jedes Jahr bringt Hachez fünf neue Produkte auf den Markt. Dazu wird manche Verpackung geändert, doch die Rezepturen sind tabu.

Stolz ist er auf seine Eigenkapitalquote von 20 Prozent, die er in den vergangenen zehn Jahren stetig aufgebaut hat. Gleichzeitig tilgte er das Darlehen für den Kaufpreis. Schließlich hatte Nauck erst 2000 die Manufaktur, die 1890 sein Urgroßvater - der belgische Chocolatier Joseph Hachez - gegründet hatte, zurückgekauft. Nauck hatte zunächst als ältester von drei Brüdern im Alter von 34 Jahren den 50-prozentigen Firmenanteil seiner Familie an den Miteigentümer Zertus verkauft. Zertus, die ehemalige Zuckerraffinerie Tangermünde, hatte sich bereits nach dem letzten Weltkrieg an Hachez beteiligt. Denn die im Krieg zerbombte Firma musste mit fremdem Kapital wiederaufgebaut werden.

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