Hausgeräte-Zulieferer
Chinesen wollen Aweco übernehmen

Einkaufstour auf chinesisch: Immer mehr Unternehmen aus der Volksrepublik interessieren sich für deutsche Firmen. Nun will der Konzern Zhejiang Sanhua den Hausgeräte-Zulieferer Aweco Appliance Systems erwerben.
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TettnangErneut geht ein chinesisches Unternehmen auf Einkaufstour in Deutschland. Der Konzern Zhejiang Sanhua will den Hausgeräte-Zulieferer Aweco Appliance Systems übernehmen. Sanhua werde auch den Kundenstamm sowie alle Patente und Marken von Aweco erwerben, teilte das Unternehmen in Neukirch am Bodensee am Freitag mit. Auch die Anteile an den Gesellschaften in Deutschland, Polen, der Slowakei und China sollen übernommen werden.

Für Aweco scheint die Übernahme zur rechten Zeit zu kommen: Das Unternehmen musste erst Mitte des Jahres die Produktion am Stammsitz in Neukirch einstellen, über 100 Mitarbeiter verloren dabei ihren Job, wie Geschäftsführer Günter Kamissek am Freitag sagte. Die Zusammenarbeit mit Sanhua sichere dem Unternehmen wieder eine langfristige Perspektive.

Im vergangenen Jahr habe Aweco einen Umsatz von 130 Millionen Euro erwirtschaftet, zum Ergebnis machte Kamissek keine Angaben. Derzeit beschäftigt die Firma rund 2000 Mitarbeiter. Das Geschäft muss noch von den Behörden genehmigt werden, Aweco rechnet mit einem Abschluss im Januar 2013.

Das Interesse der Chinesen an deutschen Firmen wächst. Zuletzt war im August der chinesische Nutzfahrzeugproduzent Weichai Power mit 25 Prozent beim Gabelstaplerhersteller Kion eingestiegen. Weichai gehört zum chinesischen Baumaschinenproduzenten Shandong Heavy Industry und will insgesamt 738 Millionen Euro bei Kion investieren.

Im Januar hatte der Betonpumpen-Weltmarktführer Sany Heavy Industry das schwäbische Unternehmen Putzmeister übernommen. Die 1200 Arbeitsplätze in Deutschland sind dadurch bis Ende 2020 gesichert.

Auch Solarunternehmen - wie beispielsweise die angeschlagene Sunways AG aus Konstanz - setzen zunehmend auf chinesische Hilfe. Sunways steht nach einem ruinösen Preiswettbewerb durch Billigkonkurrenz aus Asien erheblich unter Druck. Anfang des Jahres war die chinesische Firma LDK Solar bei den Konstanzern eingestiegen.

 
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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