Herbstbefragung
Euro-Krise bereitet Familienunternehmen Sorgen

Die Stimmung unter den größten deutschen Familienunternehmern wird schlechter. Das liegt vor allem an der Eurokrise, die die Geschäfte immer stärker beeinflusst. Die Firmen blicken zudem skeptisch auf die Energiewende.
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DüsseldorfDie schwächeren Wachstumsaussichten für die deutsche Wirtschaft schlagen auf die Familienunternehmer durch. Fast jede zweite familiengeführte Firma erwartet in den kommenden zwölf Monaten lediglich eine „befriedigende“ Wirtschaftslage.

Das geht aus der Herbstbefragung der Deutschen Bank und des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) hervor, die Handelsblatt Online exklusiv vorliegt. Sorgen bereiten den Familienunternehmen auch die Unsicherheiten durch die Energiewende.

Nur rund 44 Prozent der Firmen gehen von „guten“ oder „sehr guten“ Geschäften aus. Aktuell schätzen noch annähernd 60 Prozent die Wirtschaftslage als „gut“ oder „sehr gut“ ein, im Frühjahr waren es noch einmal 14 Prozentpunkte mehr. Für die Studie hat das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) im Auftrag der Deutschen Bank und des BDI im Sommer 405 der 4400 größten deutschen Familienunternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 50 Millionen Euro befragt.

Infografik

So beurteilen die Familienunternehmen die Wirtschaftslage

in Prozent


Die Erwartungen decken sich mit den Aussichten für die Gesamtwirtschaft. Mitte Oktober halbierten die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute die Prognose für das Wachstum in Deutschland 2013 in ihrem Herbstgutachten auf ein Prozent, die Bundesregierung zog nach.

Die mageren Aussichten führen die befragten Familienunternehmen auf die Eurokrise zurück. Mehr als 60 Prozent sehen ihre Geschäfte dadurch negativ beeinflusst. Im Frühjahr 2012 war es nur gut 40 Prozent. Die mangelnde Planungssicherheit und der gesunkene Absatz sind für die Unternehmer mit Abstand die größten negativen Auswirkungen der Eurokrise.

Knapp 40 Prozent verweisen aber auch auf einen gestiegenen Absatz außerhalb der Eurozone. Bei fast jeder zweiten Firma machen sich gestiegene Einkaufs- und Beschaffungskosten bemerkbar. Probleme bei der Kreditvergabe sehen dagegen nur wenige Unternehmen.

Skeptisch sind die Familienunternehmer beim Thema Energiewende. Die aktuelle Versorgungssicherheit mit Strom wird im Durchschnitt mit „gut“ bewertet. Im Hinblick auf die nächsten drei Jahre verschlechtert sich die Beurteilung aber auf „befriedigend“. Ein Teil der Unternehmen ist besonders pessimistisch. 15 Prozent bewerten die Versorgungssicherheit in den kommenden Jahren mit „mangelhaft“, aktuell sind es nur ein Prozent.

Bei der Personalgewinnung sind die größten deutschen Familienunternehmen mit Problemen konfrontiert. Mehr als jede zweite Firma gibt an, Schwierigkeiten bei der Besetzung freier Stellen an Standorten in Deutschland zu haben. In der Industrie sind die Probleme bei der Suche nach Ingenieuren am größten, Fachkräfte mit Berufsausbildung sind im Handel und im Dienstleistungsbereich besonders schwer zu finden.

61 Prozent der befragten Unternehmen stammen aus der Industrie, 26 Prozent aus dem Handel und 13 Prozent aus dem Dienstleistungsbereich. Mehr als drei Viertel der Familienunternehmen nutzen zur Personalsuche das Internet.

 
Tobias Döring, Redakteur Unternehmen, Handelsblatt Online
Tobias Döring
Handelsblatt / Chef vom Dienst

Kommentare zu " Herbstbefragung: Euro-Krise bereitet Familienunternehmen Sorgen"

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  • Schön.
    Mittelständler. Weltmarktführer. Deutsch.

    Aber was heißt das in bezug auf 67 Billionen Dollar vagabundierendes Geld alleine bei den sogenannten Schattenbanken?
    Das heißt doch, daß die jederzeit mit bedrucktem Papier aufgekauft werden können und dann sind die nur noch Sklaven der Gelddrucker. So wehrlos, wie eine Wiese mit schönen Gänseblümchen, bevor die Ziegenherde drüber geht.

  • *lachmichtot*

    wünsche ihm viel Erfolg dabei!

  • Welcher Trottel ist denn heute noch Unternehmer mit ständig von der Politik bedrohter Existenz, 80 Wochenarbeitstunden und stellt Arbeitsplätze zur Verfügung.
    Wir wählen Grün und werden alle Beamte.
    Wo ist das Problem ???

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