Herbstumfrage
Geschäftsklima im Handwerk verbessert

Das Geschäftsklima im deutschen Handwerk hat sich seit dem Frühjahr deutlich verbessert. Die Geschäftserwartungen für die nächsten Monate tendieren nach der Herbstumfrage des Handwerksverbandes in Ostdeutschland aber schon wieder nach unten, während sie im Westen noch anstiegen. 2006 ist wieder eine Besserung der allgemeinen Situation möglich.

HB BERLIN. Der Handwerksverband hat seine Umsatz- und Beschäftigungsprognose für das laufende Jahr trotz eines im Herbst deutlich verbesserten Geschäftsklimas noch einmal nach deutlich nach unten revidiert. „Es gibt einen gewissen Optimismus, dass wir alsbald die Talsohle erreicht haben und es ab 2006 wieder aufwärts geht“, sagte der Generalsekretär des Zentralverbandes des deutschen Handwerks (ZDH), Hanns-Eberhard Schleyer, am Mittwoch bei der Vorstellung der ZDH-Herbstumfrage unter rund 21 500 Betrieben. Der Verband rechnet demnach mit Umsatzeinbußen im Handwerk um 2,1 % und einem Abbau von 178 000 Stellen in 2004, nachdem er noch im Frühjahr von Umsatzeinbußen von ein bis zwei Prozent und 100 000 bis 150 000 weniger Beschäftigten gesprochen hatte. Im kommenden Jahr werde sich die Negativentwicklung zwar weiter abschwächen, es werde aber zu weiteren Umsatzverlusten von einem Prozent und einem Beschäftigungsminus von rund 100 000 Mitarbeitern kommen. Die Umfrage ergab allerdings im dritten Quartal ein deutlich besseres Geschäftsklima.

Seit dem Jahr 2000 sind die Umsätze im Handwerk rückläufig, im vergangenen Jahr gab es ein Minus um 3,1 %. Schon seit 1996 sinkt zudem die Zahl der Beschäftigten. Mehr als 1,7 Mill. Arbeitsplätze gingen seit 1995 im Handwerk verloren. Auch für das gesamtwirtschaftliche Wachstum in Deutschland für 2005 gab sich Handwerksverband skeptisch und hält nach Angaben Schleyers die von den Forschungsinstituten erwarteten 1,5 % für realistischer als die von der Regierung prognostizierten 1,7 %.

„Das Handwerk schöpft Hoffnung“, beschrieb Schleyer die Lage. Es gebe Anzeichen, dass die Talfahrt zu Ende gehe, jedenfalls flache der Abwärtstrend allmählich ab. Die Umfrage im Herbst habe eine deutliche Verbesserung des Geschäftsklimas gegenüber dem Frühjahr ausgewiesen und sich zweiten Mal in Folge gegenüber der Vorjahresperiode verbessert. Rund 64 (Frühjahr: 52) Prozent der Betriebe in Westdeutschland sowie 65 (51) Prozent derer in Ostdeutschland hätten die Geschäftslage als gut oder befriedigend beschrieben. Für die nächsten drei Monate erwarten 65 % der Befragten in Westdeutschland zumindest ein befriedigendes Geschäft. Im Osten seien allerdings nur noch 61 % so zuversichtlich. Immer noch müssten mehr Betriebe Mitarbeiter entlassen, als Betriebe neue einstellen.

Beim Umsatz sahen im dritten Quartal 60 (41) Prozent der West- und 61 (36) Prozent der Ostbetriebe eine gute oder befriedigende Entwicklung, was eine markante Verbesserung ergibt. Diese Prozentsätze stiegen in den Erwartungen für die nahe Zukunft im Westen auf 65 %, während sie im Osten auf 56 % zurückfielen. Der private Konsum bleibe nach wie vor das Sorgenkind, auch wenn es hier inzwischen einzelne positive Zeichen gebe, sagte Schleyer. Daneben beklagten die Betriebe eine weitere Verschlechterung ihrer Ertragslage. Der ZDH warnte vor der Streichung von Steuervergünstigungen, ohne das die in Form niedrigerer Steuersätze weiter gegeben werden.

Ungeachtet des konjunkturbedingten Verlusts von gut 170 000 Stellen in diesem Jahr hat das Handwerk nach Schleyers Worten bis Ende Oktober 167 335 Lehrverträge und damit 0,5 % mehr als im Vorjahr abgeschlossen. Er sei auch zuversichtlich, dass für das Gesamtjahr die Zahl von 171 800 Lehrverträgen vielleicht übertroffen wird.

Auch der Arbeitgeberverband BDA sprach von einer Verbesserung der Ausbildungssituation. Einen wichtigen Beitrag lieferten die im Zuge der Nachvermittlung angebotenen betrieblichen Praktikumsplätze, von denen in den letzten vier Wochen rund 20 000 zur Verfügung gestellt worden seien.

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