Hermann Bühlbecker
„Wir müssen unverwechselbar bleiben“

Der Aachener Süßwarenhersteller Hermann Bühlbecker spart viel Geld für konventionelle Werbung. Trotzdem führt er sein Unternehmen beständig in die Schlagzeilen. Nicht immer in positive. Über das Pro und Contra dieser Kommunikationsstrategie.
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Handelsblatt: Herr Bühlbecker, wie laufen die Geschäfte?

Bühlbecker: Das letzte Geschäftsjahr war gut. Die aktuelle Saison ist wegen der warmen Witterung verhalten gestartet, jetzt aber gut in Schwung gekommen.

Familienunternehmer gelten in der Regel als scheu und zurückhaltend. Im Gegensatz dazu findet man Ihr Foto gelegentlich auch in der Boulevardpresse. Warum treten Sie selbst so offensiv ins Rampenlicht?

Ich trete bei allen öffentlichen Anlässen als reiner Markenbotschafter auf. Das ist, wenn Sie so wollen, Tradition bei uns. Denn damit knüpfe ich an meine Vorfahren an, die seinerzeit schon Hoflieferanten der Königshäuser in Bayern, Preußen, Belgien und den Niederlanden waren.

Deshalb haben Sie jetzt eine Gebäckmischung sogar "Gloria" genannt, nach der Fürstin von Thurn und Taxis?

Fürstin Gloria war nicht zufrieden mit den Keksen, die die Besucher in ihrem Schlossladen kaufen konnten. Das gemeinsame Projekt verlief zur beiderseitigen Zufriedenheit. Die Fürstin erhielt eine wirklich repräsentative Gebäckmischung - und wir die Vertriebsrechte außerhalb des Schlosses.

Die Bedeutung des Adels als Werbepartner hat im Laufe der Jahre stark nachgelassen. Sie haben aber auch keine Hemmungen, zur Förderung Ihres Gebäckabsatzes mit Staatsoberhäuptern und Regierungschefs auf Tuchfühlung zu gehen?

In Berlin habe ich erst kürzlich aus Anlass des Tages der Deutschen Einheit die Gebäckdose "Quadriga" präsentiert. Bei einem Dinner vor dem Brandenburger Tor habe ich Bundespräsident Horst Köhler ein Exemplar überreichen dürfen. Er war sehr angetan davon.

Wie haben Sie das denn wieder geschafft?

Protokollarisch ist ein Unternehmen wie die Aachener Printen- und Schokoladenfabrik Henry Lambertz nicht zu schlagen. Der Firmenname steht am Anfang des Alphabets und damit bei offiziellen Anlässen meist ganz oben auf der Liste.

Einen Großteil ihrer prominenten Bekannten - von Klitschko bis Clinton - könnten wir treffen, wenn wir zu Ihrer legendären Party anlässlich der Kölner Süßwarenmesse eingeladen wären. Seither gelten Sie auch als herausragender Event-Organisator?

Die Party war als Dankeschön an die Branche für die Verleihung des Goldenen Zuckerhutes, des renommiertesten Preises in der Lebensmittelbranche, vor mehr als zehn Jahren gedacht. Daraus hat sich eine Institution entwickelt. Hier hat sich ein Netzwerk von Menschen aus Politik, Wirtschaft, Sport und Kultur etabliert, das wir pflegen wollen. Es entwickeln sich so viele interessante Begegnungen, dass ich als Gastgeber die Veranstaltung oft erst um 4:30 Uhr morgens verlassen kann.

Um dann erst einmal richtig auszuschlafen?

Das denken Sie. Um neun Uhr stehe ich schon wieder auf unserem Messestand und kümmere mich um unsere Geschäftskunden.

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  • Eine interessante Unternehmerpersönlichkeit, der Herr bühlbecker. Sehr schöner Artikel!

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