Hersteller von Möbelbeschlägen: Hettich-Familie kauft Anteile zurück

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Hersteller von Möbelbeschlägen
Hettich-Familie kauft Anteile zurück

Seit Anfang des Jahres ist die Hettich-Gruppe in Kirchlengern bei Herford wieder ein reines Familienunternehmen. Die Familie Hettich hält alle Anteile an dem Hersteller von Beschlägen für die Möbelindustrie mit immerhin 600 Mill. Euro Umsatz und über 5 000 Beschäftigten weltweit.

DÜSSELDORF. Die Brüder Andreas und Rainer Hettich haben mit Hilfe ihres Vaters Anton Hettich den Anteil von 27 Prozent zurückgekauft, der von der Lago Beteiligungsgesellschaft gehalten wurde.

Bis 1987 war die 1930 in Herford gegründete Hettich-Gruppe ein reines Familienunternehmen, doch dann geschah etwas, was für viele Mittelständler ein großes Problem werden kann: zehn der 13 Gesellschafter stiegen aus und mussten ausbezahlt werden. Um diese Trennung zu finanzieren, wurde die Jahr-Beteiligungsgesellschaft als Gesellschafter aufgenommen, hinter der die Familie des Hamburger Verlegers John Jahr steht. „Jahr kam als Finanzinvestor und übernahm 55 Prozent der Anteile“, sagt Andreas Hettich, Geschäftsführer der Hettich-Holding. Ende 1998 kaufte die Familie 28 Prozent der Anteile wieder zurück, die restlichen 27 Prozent gingen an Lago, einem Unternehmen des Bankhauses Lampe und der Gothaer Versicherung. Jetzt hat die Familie Hettich diese Anteile wieder zurückgekauft.

Hettich bekennt sich nicht nur zur Familiengesellschaft, sondern auch zum Standort Deutschland. „Wir können in Deutschland konkurrenzfähig produzieren“, sagt Geschäftsführer Andreas Hettich. Das Unternehmen besitzt sieben Werke in Deutschland und fertigt hier zwei Drittel der Produktion. Der Exportanteil liegt bei 59 Prozent. Daneben bestehen Werke in Tschechien, Spanien, USA, Brasilien, Russland und China. Von den weltweit 5 000 Beschäftigten arbeiten über 3 000 in Deutschland.

Auch der weltweite Marktführer bei Möbelbeschlägen kommt aus Europa und ist wie Hettich ein reines Familienunternehmen: Die Julius Blum GmbH aus Höchst am Bodensee rangiert mit einem Umsatz von 821 Mill. Euro und weltweit 4 300 Beschäftigten noch vor Hettich. „Innovative Unternehmen können mit der Fertigung in Europa bestehen“, sagt Hubert Schwarz, Geschäftsführer für Deutschland bei Blum. Hohe Automation der Fertigung erlaube dies. So produziert Blum nur in Österreich, Brasilien und den USA.

Mit dem Jahr 2005 ist Hettich zufrieden. „Das Jahr war nicht schlecht für uns und für die Möbelindustrie“, sagt Hettich. Nach 580 Mill. Euro für 2004 werde der Umsatz deutlich über 600 Mill. Euro liegen.

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