Anton Graf von Faber-Castell
„Wir wollen keine Lifestyle-Marke sein“

Anton Graf von Faber-Castell führt in achter Generation das traditionsreiche Stiftimperium. Mit Handelsblatt Online spricht er über die Markenstrategie, Risiken der Zukunft und warum er mehr eigene Läden eröffnen will.
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Stein Wer kann mit 72 Jahren schon von sich behaupten, dass im eigenen Haus das Kinderzimmer seines Vaters komplett erhalten ist? Anton Graf von Faber-Castell führt in achter Generation den Stiftehersteller Faber-Castell – und pflegt das Erbe seiner Familie wie kaum eine Generation vor ihm. Er war es, der das Familienschloss aufwändig restaurieren ließ, er war es, der das alte Logo, die zwei kämpfenden Bleistiftritter, zu neuem Leben erweckte.

Im digitalen Zeitalter kämpft er nun selbst mit Bleistiften – gegen iPads und Smartphones. „Ich bin überzeugt davon, dass die Schreibkultur nicht untergehen wird. Solange die Weltbevölkerung wächst, wird es auch immer eine Nachfrage nach erschwinglichen Buntstiften und Bleistiften geben“, sagt er im Gespräch mit Handelsblatt Online. Im vergangenen Geschäftsjahr 2012/2013 machte das Unternehmen 590 Millionen Euro Umsatz, wuchs aber nur noch um 3,5 Prozent.

Um den Verkauf anzukurbeln, will Faber-Castell mehr Läden in Deutschland eröffnen. Mit dieser Strategie stellt sich das Unternehmen gegen den Trend. Viele Einzelhändler in den Innenstädten verschwinden auf Grund des wachsenden Online-Handels. „Wir wollen die Visibilität unserer exklusiven Graf von Faber-Castell Collection noch weiter ausbauen“, sagt dagegen der Vorstandsvorsitzende.

Bisher hat Faber-Castell in Deutschland erst eine eigene Boutique in Frankfurt und einen Shop am Firmensitz in Stein bei Nürnberg. 2013 eröffnete das Unternehmen einen Laden im Kö-Bogen in Düsseldorf.
„Für einen Markenartikler wie Faber-Castell wird es immer wichtiger, sich Bühnen zu schaffen, in denen die Marke attraktiv und gut sichtbar präsentiert wird“, sagt Anton Graf von Faber-Castell. „Für mich ist die größte Herausforderung der nächsten zehn Jahre nicht, neue Produkte zu erfinden.“ Es gebe noch zu viele Produkte von Faber-Castell, die niemand kenne. Was zum Beispiel kaum jemand weiß: Faber-Castell fertigt auch Kosmetikstifte für große Marken.

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Die besten Zeiten im Heimatmarkt sind vorbei

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  • Möglicherweise noch ein Familienunternehmen mit Format.

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