Familienunternehmen Gropper
Milch für die Discounter

So groß wie Danone oder Müller ist Gropper zwar nicht, dennoch hat wohl jeder schon ein Produkt der Molkerei in der Hand gehabt. Warum der Mittelständler auf Handelsmarken setzt und wie er mit steigenden Preisen umgeht.
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Die Luft im Werk von Gropper ist warm und schwül. „Wir verarbeiten hier täglich mehr als 700.000 Kilogramm Milch“, brüllt Heinrich Gropper gegen den Maschinenlärm an. Knapp 455.000 Flaschen Trinkjoghurt und mehr als eine Million Joghurtbecher laufen täglich im Werk der Molkerei Gropper im bayerisch-schwäbischen Bissingen übers Band. Und doch kennt kaum jemand das Familienunternehmen aus dem 1.300-Seelendorf bei Augsburg. Kaufen kann man die Produkte zwar deutschlandweit bei Aldi, Lidl, Edeka und Rewe, doch auf den Packungen für den Joghurt, Milch, Milchmischgetränke, Direktsäfte, Smoothies und Puddingdesserts steht nicht Gropper, sondern Milbona, Milfina, King Frais, Desira, Gutbio und andere Namen.

360 Millionen Euro Umsatz hat das Unternehmen, das Heinrich Groppers Großvater 1929 gegründet hatte, im vergangenen Jahr gemacht. Mit den großen Milchkonzernen wie Müller oder Danone kann Gropper nicht mithalten – die Müller-Gruppe macht einen Jahresumsatz von 4,9 Milliarden Euro. Mit der totalen Ausrichtung auf Handelsmarken ist Gropper ziemlich allein, alle anderen großen Molkereien produzieren sowohl Markenprodukte als auch Handelsmarken. Zur Jahrtausendwende lag der Anteil der Handelsmarken noch bei rund 20 Prozent, erklärt Handelsexperte Jörg Funder. Er lehrt an der Hochschule Worms Unternehmensführung und Handelsmanagement und weiß wie riskant es ist, komplett auf Handelsmarken zu setzen, weil die Marktmacht der vier großen Händler – Lidl, Aldi, Edeka und Rewe so groß ist, „anderseits kann ein Mittelständler so auch in kurzer Zeit ein Wachstum generieren, das sonst nicht möglich wäre“.

Funder glaubt, dass die Handelsmarken beherrschend bleiben werden. Heute liegt der Anteil der Handelsmarken laut Gesellschaft für Konsumforschung bei fast 60 Prozent. „Durch das Wachstum der Händler haben wir an dem Thema Handelsmarken partizipiert“, erklärt Gropper. „Und uns schließlich auch nur noch darauf konzentriert.“

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