Familienunternehmen
Wenn der Abschied schwerfällt

Viele Unternehmer in Deutschland stecken in der Klemme: Sie suchen händeringend Nachfolger und finden keine. Das gefährdet Arbeitsplätze. Künftig dürfte sich die Lage noch weiter zuspitzen.
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Düsseldorf/BerlinAm Ende ihrer Laufbahn stehen viele Familienunternehmer vor dem gleichen Problem: Jahrzehntelang haben sie geackert und viel Herzblut in den Aufbau ihrer Firma gesteckt - doch wer soll das Lebenswerk in die Zukunft führen?

Der Nachfolger-Notstand lässt Wirtschaftsverbände Alarm schlagen, und Abhilfe ist nicht in Sicht - im Gegenteil: Ein schwacher Gründergeist in Deutschland, der demografische Wandel und die Digitalisierung der Wirtschaft dürften die Probleme künftig weiter verschärfen.

Rund 135.000 Familienunternehmen mit insgesamt zwei Millionen Beschäftigten müssen sich nach Schätzungen des Instituts für Mittelstandsforschung in diesem und den kommenden vier Jahren nach einem neuen Chef oder einem Käufer umsehen.

In manchen Branchen übersteigt ihre Zahl um ein Vielfaches die der potenziellen Nachfolger, beklagt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK). Am drängendsten sind die Probleme demnach in der Industrie, wo auf fünf Alteigentümer ein potenzieller Übernehmer kommt.

Das liegt vor allem am hohen Kapital- und Investitionsbedarf: Wenn der alte Chef abtritt, müssen häufig Maschinenparks modernisiert, Produktsortimente umgestellt und Geschäftsmodelle überarbeitet werden, sagt DIHK-Experte Marc Evers.

Zusätzliche Herausforderungen bringt die Industrie 4.0 mit ihren vernetzten Produktionsprozessen und ganz neuen Kundenbeziehungen. Aber auch Handel, Gastronomie und Verkehrsgewerbe haben zu kämpfen - dort liegt das Verhältnis zwischen Altunternehmern und potenziellen neuen Chefs bei knapp zwei zu eins.

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Komplexer Prozess muss gut geplant werden

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  • Geschätzt deutlich über 80% aller formal nachfolgebedürftigen KMU-Unternehmen in Deutschland werden keinen Nachfolger(sprich Käufer) finden, wenn aus der Familie etc. selbst (dann als i.d.R. Schenkung oder weitgehend kostenlose Übertragung) niemand übernehmen will.

    Die hier verkäuferseitig erwarteten Kaufpreise sind fast ausschließlich im "realwirtschaftlich vernunftfreien" Bereich, d.h. sind nicht einmal initial verhandlungsfähig

    Sehr mehrheitlich dominieren auch völlig absurde Vorstellungswelten der Verkäufer zu eigenen Vorleistungen, Aufwand und Kosten eines Unternehmensverkaufs die zielführende Kommunikation mit latenten Käufern



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