Hidden Champion Hark
Die Orchideen-Kloner

Im westfälischen Lippstadt blüht im Verborgenen der weltgrößte Laborvermehrer für Orchideen. Das Familienunternehmen Hark hat jetzt den Schritt über den Großen Teich gewagt – und hilft den Amerikanern mit einem Trick.
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DüsseldorfWenn Sie heute eine blühende Orchidee kaufen – egal ob in der Gärtnerei oder im Baumarkt - dann stammt diese gewiss nicht aus den Tropen, aber mit großer Wahrscheinlichkeit aus dem beschaulichen Lippstadt in Westfalen. Hier sitzt das Familienunternehmen Hark, nach eigenen Angaben Weltmarktführer im Klonen der Exotenblume.

„Bei Blumenzüchtern denken die Leute an einen Gärtner mit Strohhut, aber bei uns finden Sie High-Tech-Produktion in sterilen Laboren“, sagt Anja Hark-Borrmann, geschäftsführende Gesellschafterin. Die 33-Jährige führt das Unternehmen in vierter Generation - zusammen mit ihrem Mann Oliver Borrmann, der ebenfalls aus einer Gartenbauerfamilie stammt.

Hochkonzentriert arbeiten rund 700 Angestellte, überwiegend Frauen in weißen Laborkitteln, mit Pinzette und Skalpell im Zwei-Schicht-Betrieb. Die Firma Hark ist im letzten Jahrzehnt rapide gewachsen. 2001 hatte sie erst rund 30 Beschäftigte. In Laboren auf einer Fläche so groß wie zweieinhalb Fußballfelder werden heute Millionen von Orchideen in sterilen Plastikbechern vermehrt.

Die Zucht von Orchideen ist kompliziert und langwierig. Schließlich lässt sich die „Königin der Blumen“ nicht einfach durch Stecklinge vermehren wie Geranien. Ende der 40er-Jahre entdeckte Fritz Hark seine Leidenschaft für Orchideen. Er hatte den 1904 gegründeten Gartenbaubetrieb für Gemüse und Schnittblumen vom Vater, Fritz senior, übernommen. Der Orchideenliebhaber tüftelte an deren Vermehrung, nahm Kontakt zu Botanikern auf und wurde zum Pionier für das Klonen der Exoten. Mitte der 80er-Jahre spezialisierte sich dessen Sohn Fritz in dritter Generation ganz auf die Labormassenvermehrung – hauptsächlich der Schmetterlingsorchidee (Phalaenopsis).

Wie funktioniert das „Klonen“ von Orchideen? Aus Stammzellen in den Wachstumsknoten der Blütentriebe lassen sich Blumen in beliebigen Mengen identisch vermehren. Da die Pflänzchen verletzt werden, damit sie Seitentriebe ausbilden, brauchen sie eine absolut sterile Umgebung. Die Harks entwickelten über die Jahre ein optimales künstliches Nährmedium, auf denen Pflanzen Seitentriebe bilden, die dann zur Massenvermehrung genutzt werden.

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