Nachfolge im Mittelstand
Projekt Generationswechsel

Nicht nur Fachkräfte werden rar im alternden Deutschland. Auch der familieninterne Nachwuchs. In den kommenden zehn Jahren benötigt jeder zweite Mittelständler einen neuen Eigentümer. Viele Firmen kümmern sich zu spät.
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DüsseldorfDer demografische Wandel macht auch vor dem Rückgrat der deutschen Wirtschaft nicht Halt: Die überwiegend familiengeführten mittelständischen Unternehmen in Deutschland stehen nach den Worten der DZ Bank „vor einem großen Umbruch“. Rund ein Viertel von ihnen wird in den kommenden fünf Jahren in neue Hände übergehen.

„Auf Zehn-Jahres-Sicht steht sogar bei über der Hälfte der Mittelständler eine Unternehmensnachfolge an“, lautet das Fazit einer repräsentativen Umfrage, die GfK Enigma im Auftrag der DZ Bank im vergangenen Herbst unter 1.000 mittelständischen Unternehmen in Deutschland durchgeführt hat.

Das sind pro Jahr 15.000 Unternehmen mit zusammen mehr als 500.000 Arbeitnehmern. „Diese gewaltigen Zahlen fordern zum Handeln auf. Individuelle Nachfolgelösungen als Finanzierer und vertrauter Ratgeber zu erarbeiten, ist ein aktuelles Kernthema für uns“, sagt Stefan Zeidler, DZ-Bank-Firmenkundenvorstand.

Nicht nur die Fachkräfte werden rar im alternden Deutschland. Auch der familieninterne Nachwuchs, sofern überhaupt vorhanden, entscheidet sich immer häufiger gegen eine Karriere in Vaters oder Mutters Betrieb. Waren bis dato 74 Prozent der Nachfolger Söhne, Töchter oder andere Verwandte, werden es nach Schätzungen bei künftigen Nachfolgen nur noch 64 Prozent sein. „Tendenz sinkend“, bestätigt Tom Rüsen, geschäftsführender Direktor des Wittener Instituts für Familienunternehmen: „Familienexterne Lösungen werden weiter zunehmen.“

Das hat aus Rüsens Sicht zwei Gründe. „Zum einen haben immer mehr potenzielle Nachfolger andere Interessen und wollen die Firma nicht übernehmen.“ Zugleich steigen die Ansprüche der Unternehmer und ihrer Beiräte: „Denen genügt es nicht mehr, dass ein Kandidat aus der Familie stammt. Er muss auch die nötige Qualifikation mitbringen.“ Wenn der eigene Nachwuchs nicht will oder kann, bleibt vielen mittelständischen Betrieben oft nur der Verkauf.

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