Sick-Chef Robert Bauer
„Ich bevorzuge das Zwiebelprinzip“

Er ist viel auf Achse. In einem Düsseldorfer Restaurant macht Sick-Chef Robert Bauer Halt. Der Mittelständler aus dem Schwarzwald ist global führend in der Sensorik. Ein Gespräch über Wachstum, Normen und Industrie 4.0.
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Herr Bauer, was ist neben Technik das Geheimnis hinter Ihrem Erfolg?

Uns ist es gelungen, weltweite Standards zu setzen, denen die Normung gefolgt ist. Das war wesentlich dafür, dass wir zum Weltmarktführer bei Sicherheitssensorik, etwa bei Laserscannern, werden konnten.

Dann brauchen Sie als Mittelständler vermutlich viel Lobby-Arbeit?

Ja, das tun wir. Aber in jedem Land sind die Vorschriften anders.

Das kann Ihnen doch egal sein. Hauptsache es gibt Vorschriften, für deren Einhaltung Ihre Technologie benötigt wird.

So kann man es auch sehen, aber die technischen Unterschiede sind mitunter groß.

Das klingt nach hohen Entwicklungskosten.

Wir haben 2.000 aktive Patente und beschäftigen 700 Entwickler, fast die Hälfte im Bereich Software. Wir geben zehn Prozent des Umsatzes für Forschung und Entwicklung aus. Nur so konnten wir in den vergangenen 20 Jahren jedes Jahr durchschnittlich um zehn Prozent profitabel wachsen.

Wie sieht es in diesem Jahr aus?

Wir sind beim Auftragseingang auf gutem Kurs und in Richtung zehn Prozent Wachstum und Rendite unterwegs. Allerdings belasten uns zwei bis drei Prozent Währungsschwankungen. 2013 hat uns das 25 Millionen Euro gekostet.

Sie liegen über der Zielformel von Bosch, die acht Prozent Wachstum und acht Prozent Rendite vorsieht.

Ja. Wir sind aber viel kleiner, fokussieren uns mit unserer Sensorintelligenz auf Industriekunden und Investitionsgüter aus den Bereichen Verpackung, Logistik, Umwelttechnik, Energie und Autotechnik.

Die neue digitale Industrie müsste Ihnen viele Aufträge bringen.

Wir fühlen uns in unserem Geschäftsfeld sehr wohl. Wir erzeugen durch Sensoren und Kameras Daten. Früher waren Sensoren nur notwendig für Qualität und Sicherheit - jetzt sind sie die Voraussetzung für die vernetzte Industrie. Bislang ist Industrie 4.0 noch ein Marketinginstrument, aber sie wird Stück für Stück kommen.

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