Utsch AG aus Siegen
Von der Weinpresse zum Weltmarktführer

Seit Monatsbeginn ist der neue Vorstand komplett – er soll Utsch in die Zukunft führen. Angefangen hat alles Ende der 50er mit schmutziger Wäsche und einer reichen Frau in Siegen. Das Wirtschaftswunder der Familie Utsch.
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Siegen
Manfred Utsch ist das älteste von acht Kindern, sein Vater Erich ist Schuhmachermeister und betreibt Ende der 1950er-Jahre eine Wäscherei. Sohn Manfred hilft mit, holt die schmutzige Wäsche der feinen Siegener Gesellschaft zum Waschen, Pressen und Plätten ab.

Eines Morgens um sieben bittet eine vermögende Kundin: „Machen Sie das Beste, Geld spielt keine Rolle.“ Ihr Mann verkaufe Autoschilder und ihre Familie schwimme im Geld, erzählt die Kundin. Als Manfred die Geschichte beim Abendbrot erzählt, erwidert der Vater: „Autoschilder, die können wir auch machen.“

Und so baut Erich Utsch eine Weinpresse um und fertigt gemeinsam mit seiner Frau Emmi für die Wirtschaftswunder-Deutschen, die sich immer häufiger ein Auto leisten können, ab 1961 Nummernschilder. Sohn Manfred verdingt sich in der Zwischenzeit als Schuhverkäufer.

„Eine prägende Zeit“, erinnert er sich. Die Konkurrenz war groß: „Du musst zäh, aber freundlich sein.“ Manfred fühlt sich als „geborener Verkäufer“, hilft aber nach der Arbeit den Eltern beim Verpacken der Autoschilder. Dann steigt auch er 1965 voll in die Firma ein, während sein Vater überlegt, überdies die Maschinen für die Autoschilder selbst herzustellen.

Er sagt zu seinem ältesten Sohn: „Junge, wenn wir 20 Maschinen bauen, haben wir ausgesorgt.“ Heute sind es 200.000. 1969 stirbt Erich Utsch und Sohn Manfred führt das Geschäft. 2001 wandelt er das Unternehmen in eine AG um und wechselt ein Jahr später in den Aufsichtsrat. Von seinen drei Kindern arbeitet keines mehr im Unternehmen.

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