Weltmarktführer Delo
„Hier kennt man den Chef nicht nur vom Foto im Intranet“

Der Klebstoffhersteller Delo stürzt sich nicht nur auf wachsende Märkte, sondern auch auf junge Talente. „Wir suchen hier Ingenieure wie wild“, erzählt Eigentümerin Sabine Herold. Dafür geht sie auch ungewöhnliche Wege.
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Frau Herold, haben Sie als Hidden Champion Probleme, gute Nachwuchskräfte zu finden?

Wir sind mittlerweile relativ gut aufgestellt mit 9 Mitarbeitern in der Personalabteilung. Für einen Mittelständler ist das schon eine recht große Nummer. Trotzdem sind wir leider „hidden“. Jeder kennt BASF, VW und Porsche, aber Delo nicht unbedingt. Seien Sie ehrlich, den Namen haben Sie vorher auch noch nicht gehört!

Ok, nein…

Sehen Sie! Deswegen machen wir ganz einschlägig Werbung für uns. Wir gehen auf Hochschulmessen, sind in den sozialen Netzwerken vertreten, bieten Ausbildungsplätze, Praktika, Master- und Bachelorarbeiten und sogar Duale Studiengänge an, weil wir Ingenieure suchen wie wild. Damit haben wir uns schon im gewissen Rahmen einen Namen bei den Talenten gemacht. Im Grunde mangelt es uns ja auch nicht an Bewerbungen, sondern an qualitativ hochwertigen Fachkräften im technischen Bereich.

Dauert es lange, bis Sie eine neue Stelle besetzt haben?

Ich weiß natürlich nicht, wie schnell das bei großen Unternehmen geht. Wir sind da sehr „picky“, also wir selektieren sehr genau, denn wir brauchen hervorragende Kräfte. Bevor wir ein schlechtes Bauchgefühl haben, stellen wir lieber erstmal keinen ein. Wir haben hier Stellen, die sind zwei Jahre nicht besetzt. Aber schätzen Sie mal wie viele Bewerbungen wir so als kleines Unternehmen mit 410 Mitarbeitern pro Jahr bekommen!

Vielleicht zwischen 1000 und 2000 Stück?

Das denken Sie! Es sind 8.500 Bewerbungen. Und trotzdem haben wir Stellen teilweise nicht besetzt. Eben weil wir so sorgfältig auswählen. Das hat sich für uns bewährt.

Können Sie denn in Sachen Gehalt mit den großen Firmen mithalten?

Nein...

Und wie gleichen Sie das wieder aus?

Natürlich können wir uns nicht das leisten, was bei den Großen bezahlt wird. Wir lehnen uns an den geltenden Tarif an und die wirklich Hochqualifizierten werden außer Tarif entlohnt. Trotzdem ist da immer noch mal ein Schippchen drauf bei den Großen. Dafür haben wir Sinn für Familie, punkten mit viel Flexibilität, selbstständigem Arbeiten und unserem netten Team, wo man den Chef nicht nur vom Foto im Intranet, sondern auch durch die persönliche Zusammenarbeit kennt.

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