Weltmarktführer
Der Stolz der Sieger

Warum schlagen so viele deutsche Unternehmen ihre Wettbewerber? Was zeichnet die insgesamt knapp 1.400 Hidden Champions hierzulande aus und wie überzeugen sie die Nachwuchs-Fachkräfte, auch länger an Bord zu bleiben?
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DüsseldorfSo schnell wird man nicht Weltmeister. „Zehn Jahre“, sagte Fußball-Bundestrainer Joachim Löw, habe es gedauert, bis seine Mannschaft die Reife für den Titel gewonnen habe. So mancher Weltmarktführer aus der deutschen Wirtschaft brauchte mehr Zeit, eine größere Mannschaft – und hat noch häufiger seine Strategie angepasst als Löw.

Aber die Tugenden Hartnäckigkeit und Fokussierung auf eine Kernkompetenz offenbaren sich auch bei den Unternehmensweltmeistern. Kein anderes Land verfügt über so viele Weltmarktführer wie Deutschland. Von den geschätzten rund 2.800 in ihrem Segment weltweit führenden Unternehmen kommt rund die Hälfte aus Deutschland, hat Hermann Simon, Gründer der Unternehmensberatung Simon, Kucher und Partner, ermittelt.

Er hat den Begriff der Hidden Champions erfunden, es sind Unternehmen, die meist inhabergeführt sind und es in einer Nische zur Weltmeisterschaft gebracht haben. Viele von ihnen arbeiten versteckt in der Provinz und tragen Namen, die im restlichen Deutschland kaum jemand kennt.

Zu den bekannteren Weltmeistern zählen der Hochdruckreinigungsspezialist Kärcher, der Laserspezialist Trumpf, die Meyer-Werft, die bei Kreuzfahrtschiffen führend ist, und Fischer mit seinen Dübeln. Zu den Hidden Champions gehören Firmen mit fünf Milliarden Umsatz wie der Autolicht-Spezialist Hella oder mit nur ein paar Millionen wie die Büttenpapierfabrik Gmund.

Ihnen gemein ist – und das ist Teil ihres Erfolgsrezepts: Sie halten im Schnitt pro Mitarbeiter fünfmal mehr Patente als Konzerne. Ihre Chefs bleiben im Vergleich zu Konzernmanagern fast viermal so lange an Bord. Die Mitarbeiter-Fluktuation ist weit weniger als halb so hoch wie bei den großen Konkurrenten.

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