Weltmarktführer Rosenbauer
Löschfahrzeuge für die Wüste

Saudi-Arabien, weltgrößter Ölexporteur, lässt auf dem Unternehmen Rosenbauer einen Geldregen niedergehen. Der Weltmarktführer baut legendäre Löschfahrzeuge, die Feuerwehrleuten Freudentränen in die Augen treiben.
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LinzEs glänzt und blinkt in der nagelneuen Fabrik für Feuerwehrfahrzeuge in Leonding, einem tristen Vorort der österreichischen Metallmetropole Linz. In Millimeterarbeit setzen die Arbeiter die komplizierten Aufbauten auf die Fahrzeuggestelle. Trotz der Geschäftigkeit des Schichtbetriebs geht es in der Fertigung der Rosenbauer AG auffällig geräuschlos zu. Das Unternehmen ist Weltmarktführer im Bau von Spezialfahrzeugen für den Brand- und Katastrophenschutz von Flughäfen und Industriefirmen.

400 Feuerwehrfahrzeuge verlassen jährlich das österreichische Werk. Die meisten davon gehen in die Wüste: Saudi-Arabien, der weltgrößte Ölexporteur, lässt auf dem börsennotierten Unternehmen einen Geldregen niedergehen - die Araber sind mittlerweile noch vor Firmen aus den USA und Deutschland die wichtigsten Kunden. „Bis 2016 liefern wir insgesamt 1.800 Fahrzeuge“, sagt Vorstandschef Dieter Siegel. „Saudi-Arabien spielt für uns eine Schlüsselrolle. Solche Großaufträge gibt es nicht alle Tage.“

Das österreichische Werk kann die Nachfrage nicht alleine schaffen. Bis zu 80 Fahrzeuge werden auch am Standort in Spanien gefertigt. In diesem Jahr erwartet Rosenbauer mit den Saudis einen Umsatz von 200 Millionen Euro.

Die Österreicher bauen nicht nur traditionelle Löschzüge für Feuerwehren nach individuellen Bedürfnissen. Quasi schon eine Legende in der Spezialfahrzeugbranche ist der „Panther“. Das Löschfahrzeug für Airports sieht aus wie ein futuristisches Vehikel aus einem Hollywood-Streifen. Die zwei Motoren von jeweils 700 Pferdestärken sorgen dafür, dass der relativ flache Einsatzwagen trotz seiner 52 Tonnen in nur 23 Sekunden von null auf achtzig Stundenkilometer beschleunigen kann.

Das treibt Berufsfeuerwehrleuten, die den „Panther“ vor Ort testen können, regelmäßig die Freudentränen in die Augen. Mit 150 „Panther“-Fahrzeugen beherrscht Rosenbauer rund ein Drittel des Weltmarkts für diese Spezialfahrzeuge.

Der „Panther“ ist auf Flughäfen rund um die Welt stationiert, von Köln-Bonn bis nach Auckland. Das Fahrzeug mit einem Verkaufspreis von bis zu einer Million Euro wird mittlerweile in rund 100 Länder geliefert. „Für den Verkauf ist es ein großer Vorteil, dass die Kunden, etwa aus dem Mittleren Osten, unsere Fahrzeuge auf einem speziellen Testgelände und einem Flughafen in Oberösterreich testen können. So etwas überzeugt“, erzählt Konzernchef Siegel. Rosenbauer hat sogar einen Fanshop eingerichtet, wo die verschiedenen Modelle des „Panther“ im kindgerechten Maßstab erworben werden können.

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Die Saudis sind omnipräsent

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