Hörspiele
Geschichten mit überraschendem Ausgang

Was bei Computerspielen schon länger möglich ist, soll nun auch den Konsum von Hörbüchern beleben. Zwei Gründer haben eine Software entwickelt, mit der sie interaktive Hörbücher produzieren können. Dabei handelt es sich um Geschichten, deren Verlauf die Hörer während des Zuhörens beeinflussen können.
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DÜSSELDORF. Anfang September war es endlich soweit. Audiogent hat sein erstes interaktives Hörbuch in den AppStore von Apple gestellt. "Mit unserem Produkt ?Raumzeit - Der verbotene Sektor? geben wir einen ersten Vorgeschmack auf die Welt dieses faszinierenden Mediums und seinen Möglichkeiten", sagt Robert Lübke, der bei dem Magdeburger Jungunternehmen unter anderem für das Marketing und den Vertrieb zuständig ist.

Die Audiogent-Gründer sind mit der Resonanz zufrieden. Rund 40 Tausend iPhone-Besitzer haben das - zunächst - kostenlose Programm in den ersten fünf Tagen auf ihr Smartphone geladen. Die Geschichte, eine Mischung aus Science Fiction und Comedy, handelt von Captain Burke, einem intergalaktischen Glücksritter, der auf einem verkommenen Raumhafen einen Navigator für einen ganz besonderen Flug sucht. Er will den Sprung in einen "verbotenen Sektor" wagen, ein abgeriegeltes Stück Weltraum, in dem unbekannte Gefahren und Reichtümer auf wagemutige Abenteurer warten.

Eine Mischung aus Hörbuch und Computerspiel

Interaktive Hörspiele sind eine Mischung aus Hörbüchern und Computerspielen. Der Zuhörer erlebt eine rein auditive Erzählung, kann aber aktiv in die Geschichte eingreifen und deren Verlauf steuern. Hörbücher besitzen so verschiedene Enden und Verläufe mit unterschiedlichen Varianten.Die Audiogent-Entwickler haben verschiedene Möglichkeiten zur Interaktion in die Geschichte integriert. So kann der Zuhörer beispielsweise entscheiden, wie Burke in bestimmten Situationen reagieren soll, aggressiv oder ehr gelassen. Ob sich Personen in Konflikte einmischen oder raushalten sollen.

Der Erzähler fordert den Zuhörer jeweils auf, Entscheidungen über den Verlauf der Geschichte zu treffen. Zusätzlich erscheint auf dem Display des iPhones jeweils eine Grafik, auf der agierenden Personen oder Gegenstände angezeigt werden, die zur Auswahl stehen. Per Klick auf einen Auswahlpunkt, startet man dann die folgenden Gespräche oder Aktionen.

Es gibt aber auch Elemente, die man von Computerspielen kennt. Mal muss man einen Zahlencode knacken oder das Raumschiff sicher landen. Dabei nutzen die Entwickler die technischen Möglichkeiten des iPhones, wie beispielsweise die Beschleunigungs-Sensoren. In dem man das Smartphone nach links und rechts dreht (jeweils bis zum Klicken), kann man beispielsweise ein Schloss öffnen. Wem die Mini-Spiele zu leicht oder zu schwer sind, der kann im Hauptmenü den Schwierigkeitsgrad nachbessern.

Die Idee, interaktive Hörspiele für mobile Geräte zu entwickeln, stammt von Cornelius Huber. Der heute Dreißigjährige Diplom-Ingenieur hat die Technik 2005 am Ende seines Studiums zur Computervisualistik an der Uni Magdeburg entwickelt. Er ist seit seiner Kindheit ein Fan von sogenannten Spielbüchern, bei denen der Leser ebenfalls Einfluss auf den Lauf der Geschichte nimmt. Sie waren vor allem in den 1980-er-Jahren sehr populär.

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