Hoffen auf Steueränderung
Handwerk ist der goldene Boden entzogen

Um das deutsche Handwerk steht es schlecht. Im Sommer fielen erneut Stellen weg, der Umsatz sank. Mit einer Änderung beim Steuerrecht soll 2006 aber alles besser werden.

HB BERLIN. Ende September beschäftigte die Branche 3,3 Prozent weniger Menschen als vor einem Jahr, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Zudem hätten die selbstständigen Betriebe in den Monaten Juli bis September 0,3 Prozent weniger Umsatz gemacht als im Vorjahresquartal. Der Stellenabbau zog sich den Angaben zufolge durch alle sieben Gewerbegruppen des zulassungspflichtigen Handwerks und war mit 5,4 Prozent im Bauhauptgewerbe am stärksten. Am geringsten war der Verlust von Arbeitsplätzen mit 0,5 Prozent im Nahrungsmittelbereich.

Auch der Umsatzrückgang war im Bauhauptgewerbe mit 2,5 Prozent am größten. Während die Erlöse im Ausbaugewerbe - wie etwa bei Malern, Lackierern und Klempnern - stagnierten, stiegen sie allein im Kraftfahrzeuggewerbe um 1,3 Prozent. Das Statistische Bundesamt ermittelt die Daten durch eine Stichprobenerhebung bei rund 50 000 Handwerksbetrieben und veröffentlich keine absolute Zahlen.

Die von der Bundesregierung geplante steuerliche Abzugsfähigkeit von Handwerkerrechnungen wird nach Ansicht des Präsidenten des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, Otto Kentzler, im kommenden Jahr zu neuen Aufträgen für Handwerksbetriebe führen.

"Wir erwarten einen Auftragsschub und wir erwarten Neueinstellungen", sagte Kentzler dem Handelsblatt. "Wichtig ist, dass jetzt schnell Klarheit über die steuerlichen Rahmenbedingungen zum Jahreswechsel herrscht. Nur so können Handwerksbetriebe dann auch ab Januar 2006 mit diesem Instrument bei ihren Kunden werben. Nur so kann die Absetzbarkeit von Handwerkerleistungen in Privathaushalten tatsächlich Wirkung erzeugen und zu nennenswert mehr Jobs im Bau- und Ausbaugewerbe führen", sagte Kentzler.

Das Bundeskabinett wird voraussichtlich noch diese Woche beschließen, dass bis zu einer Höhe von 3000 Euro, 20 Prozent von bestimmten Handwerkerrechnungen von Privathaushalten steuerlich geltend gemacht werden können.

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