Hohe Inflationsrate
Leichte Abkühlung im Reich der Mitte

Die fortschreitende Modernisierung der inländischen Industrie beschert deutschen Anbietern in China weiterhin gute Lieferchancen. Allerdings: Die Attraktivität des Landes als Standort für Billig- und Standardproduktion sinkt dagegen. Zudem erreichen die Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten erreichen das Reich der Mitte.

PEKING. Chinas Wirtschaft ist bisher nicht zu bremsen: Auch 2007 hat das Bruttoinlandsprodukt (BIP) deutlich um real über 11 Prozent zugelegt. Die verfügbaren Einkommen steigen und damit die Bedeutung der Volksrepublik als Absatzmarkt. Trotz Zinserhöhungen, steuerlicher Mehrbelastung der Exporte und massiver Kreditbeschränkung, die vor allem im letzten Quartal 2007 eingesetzt hat, lag das BIP-Wachstum nach Angaben des National Bureau of Statistics (NBS) 2007 bei 11,4 Prozent. Für 2008 gehen sowohl in- als auch ausländische Ökonomen von einer Abnahme des BIP-Wachstums auf unter 11 Prozent aus.

Während die Chinese Academy of Social Sciences (CASS) im Oktober 2007 für 2008 noch einen Zuwachs von 10,9 Prozent für möglich hielt, geht die Weltbank in ihrer neuesten Einschätzung vom Februar 2008 inzwischen von nur noch 9,6 Prozent aus. Im September 2007 hatte sie noch ein BIP-Wachstum von 10,8 Prozent für wahrscheinlich gehalten.

Grundlage für die schwächeren Prognosen sind Befürchtungen, die zwei bisherigen Wachstumsmotoren - Außenhandel und Investitionen - könnten 2008 vor allem durch externe Faktoren geschwächt werden. 2007 legten die Exporte um 25,7 Prozent zu, während die Importe um knapp 21 Prozent stiegen.

Eine nachlassende Weltwirtschaftskonjunktur und vor allem eine von verschiedenen Analysten befürchtete Rezession in den USA würden sich 2008 deutlich negativ auf die Ausfuhr auswirken.

Auch eine beschleunigte Aufwertung des RMB gegenüber dem US-Dollar kann 2008 das Exportwachstum bremsen. Bereits 2007 wertete der Renminbi Yuan (RMB) gegenüber dem US-Dollar um rund 5 Prozent auf.

Darüber hinaus hat die Regierung 2007 Maßnahmen zur Senkung des Außenhandelsüberschusses (Verringerung der Mehrwertsteuerrückerstattung, Einschränkung der Exportveredelung) ergriffen. Die Weltbank geht daher für 2008 von einem Exportwachstum (Waren und Dienstleistungen) von lediglich knapp über 15 Prozent und einem Importzuwachs von an die 19 Prozent aus. Damit bliebe der große Außenhandelsüberschuss erhalten.

Die erwartete Schwächung der Exporte dürfte ebenfalls zu einem geringeren Investitionswachstum führen. Dennoch sind seitens der Regierung auch 2008 gezielte Eindämmungsmaßnahmen denkbar, um Überinvestitionen in einigen Branchen zu vermeiden. Die Gefahr des Platzens einer Immobilienblase besteht mittelfristig nach Aussagen der meisten Analysten jedoch nicht.

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