Hohe Investitionen bis 2010
Türkei plant Modernisierung der Stahlindustrie

Die Türkei hat einen langfristigen Plan zur Modernisierung und Rationalisierung ihrer Eisen- und Stahlindustrie vorgelegt. Im Zeitraum 2006 bis 2010 sollen Investitionen von rund 5,5 Mrd. Euro dazu beitragen, die Ungleichgewichte bei der lokalen Produktionstruktur abzubauen und die Produktivität sowie die Qualität der Erzeugnisse zu erhöhen.

bfai ISTANBUL.Der Anfang September 2006 vorgelegte neue Investitions- und Subventionsplan zur Förderung der strukturellen Erneuerung der Stahlbranche in der Türkei wurde auf Wunsch der EU von Institutionen des türkischen Privat- und Staatssektors gemeinsam erarbeitet. Nach Art. 7 des 1996 zwischen der Türkei und der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl unterzeichneten Freihandelsabkommen sind staatliche Beihilfen, die sich auf den Handel zwischen der Gemeinschaft und der Türkei auswirken, nicht zulässig.

Nach Ablauf der Ausnahmeregelung für die türkischen Stahlsubventionen Mitte 2001 beantragte Ankara eine Verlängerung dieser Regelung. Als Bedingung einer Verlängerung der Stahlsubventionen verlangte Brüssel die Vorlage eines nationalen Programms zur Neustrukturierung des türkischen Stahlsektors. Für die Eröffnung der Beitrittsverhandlungen mit der EU unter dem Kapitel Wettbewerb hat das neue Programm für den Stahlsektor einen Benchmark-Charakter.

Der unter Mitwirkung der Türkischen Union der Industrie- und Handelskammern (TOBB) und des Verbandes der Stahlproduzenten (Demir Celik Üreticileri Birligi - DCÜD) erarbeitete Plan sieht für den Zeitraum 2006 bis 2010 Investitionen in die Stahlindustrie von insgesamt 5,5 Mrd. Euro vor. Mit 4.132 Mill. Euro soll der Löwenanteil dieser Summe für Modernisierungsprojekte bei den Stahlwerken eingesetzt werden. Weitere 940 Mill. Euro sind für Umweltprojekte vorgesehen. Für Investitionen in die Forschung und Entwicklung sind 240 Mill. Euro eingeplant. Bei den restlichen 210 Mill. Euro handelt es sich um Kosten in Verbindung mit der notwendigen Schließung bestimmter Betriebe. Mit den bereits im Zeitraum 2001 bis 2005 durchgeführten Vorhaben im Wert von 2.158 Mill. Euro beläuft sich somit der Gesamtumfang der Investitionen in die Branche in zehn Jahren (2001 bis 2010) auf 7,68 Mrd. Euro.

Die geplanten staatlichen Subventionen zur Förderung des Strukturwandels in der Stahlindustrie beziffert der Plan für den Zeitraum 2006 bis 2010 mit insgesamt 983 Mill. Euro. Davon entfallen 600 Mill. Euro auf Modernisierungsmaßnahmen, 188 Mill. Euro auf Umweltprojekte, 60 Mill. Euro auf Investitionen in die Forschung und Entwicklung sowie 135 Mill. Euro auf Kosten im Zusammenhang mit der Schließung ineffizienter Betriebe. Im Zeitraum 2001 bis 2005 wurden für die türkische Stahlindustrie Subventionen von 276 Mill. Euro bereitgestellt. Mit den Investitionen und Subventionen in den Jahren 2006 bis 2010 soll bis 2013 vor allem die Strukturschwäche der türkischen Stahlindustrie abgebaut werden.

Das Grundproblem des türkischen Stahlsektors besteht derzeit in der großen Diskrepanz zwischen der inländischen Herstellung und dem Verbrauch. Während die lokale Erzeugung von Stabstahl nahezu die doppelte Höhe der inländischen Nachfrage ausmacht, deckt die Produktion von flachgewalzten Stahlerzeugnissen mit hohem Wertschöpfungsanteil nur die Hälfte des einheimischen Verbrauchs. Dieses Ungleichgewicht führt im Zusammenwirken mit den in der Vergangenheit vernachlässigten Investitionen in die Rationalisierung der Stahlwerke dazu, dass die bestehenden Stahlerzeugungskapazitäten nicht in notwendigem Maße ausgelastet werden können.

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