Hohe Nachfrage 2006
Chinesen fahren auf deutsche Autos ab

Immer mehr Chinesen erfüllen sich den Traum vom eigenen Auto. Als meistverkaufter Pkw des Landes setzte sich 2006 der "Jetta" von FAW-Volkswagen durch. Auch in der Luxusklasse dominieren die deutschen Hersteller.

bfai SHANGHAI. Die chinesischen Autokäufer lassen sich nur noch bedingt von der Hoffnung auf weitere Preissenkungen oder der Erwartung neuer Modelle bremsen. Mit über 3,8 Mill. Stück wurden 2006 weit mehr Pkw verkauft als im Vorjahr (+37%). Dabei geht es den Kunden nicht mehr nur darum, einen für den Preis möglichst großen fahrbaren Untersatz ihr Eigen zu nennen. Zunehmend ist eine qualitativ ansprechende Ausstattung gefragt.

Besonderen Wert legen die Käufer auf "sichtbare" Eigenschaften wie gut funktionierende Klimaanlagen, während "unsichtbare" Faktoren wie Maßnahmen zur Erhöhung der Fahrzeugsicherheit nach wie vor kaum auf Verständnis stoßen. Dabei bestünde gerade hier großer Bedarf. Obwohl nur etwa 3% des weltweiten Kfz-Bestands über die Straßen der Volksrepublik rollen, ereignen sich hier 15% aller Unfälle, berichtete die "Shanghai Daily". Da die Steuergesetzgebung energiesparende Modelle neuerdings fördert, sind außerdem zunehmend - im Gegensatz zum möglichst großvolumigen Fahrzeugäußeren - kleinmotorige Wagen gefragt.

Marktführer unter den Pkw-Herstellern war 2006 - wie erstmals im Vorjahr - Shanghai General Motors (Shanghai GM). Das Gemeinschaftsunternehmen zwischen der Shanghai Automotive Industry Corp. (SAIC) und General Motors verkaufte über 365.400 Wagen (+23% gegenüber 2005). Insgesamt setzte GM einschließlich der Nutzfahrzeugsparte 876.747 Fahrzeuge ab (+32%). Wie im Januar 2006 in der Presse zu lesen war, planen die Joint-Venture-Partner zusätzliche Investitionen von 650 Mill. US$, darin enthalten ist eine gemeinsame Kapitalerhöhung von 217 Mill. $.

An zweiter und dritter Stelle folgten beim Pkw-Absatz die beiden Volkswagen-Gemeinschaftsunternehmen Shanghai-Volkswagen (SVW) mit rund 341.000 (+21%) und FAW Volkswagen mit über 341.000 Einheiten (+24%). Damit behauptete VW seine führende Rolle bei Personenwagen. Nach einem schlechten Jahr 2005 hat der größte europäische Autokonzern mit seinem "Olympic Program" in der VR China offensichtlich die Kurve gekriegt.

Das Programm umfasst unter anderem die Einführung von 12 bis 14 neuen, auf die Bedürfnisse des lokalen Marktes zugeschnittenen Modellen bis 2009 (2006 waren dies vor allem der "Passat Lingyu" und der "Sagitar"). Ab 2007 soll beispielsweise der Skoda Octavia bei SVW als Lizenzproduktion vom Band laufen, während FAW Volkswagen an den neuen "Magotan" große Erwartungen knüpft. Allein FAW Volkswagen will seine Verkäufe bis 2011 auf 600.000 Fahrzeuge erhöhen (darunter 450.000 der Marke Volkswagen und 150.000 Audi).

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