Hoher Bedarf: Indien verspricht gute Geschäfte für deutsche Werkzeugbauer

Hoher Bedarf
Indien verspricht gute Geschäfte für deutsche Werkzeugbauer

Der anhaltende Boom in der verarbeitenden Industrie treibt die Nachfrage nach Werkzeugmaschinen in Indien weiter voran. Für das laufende Finanzjahr rechnet die Branche mit einem Umsatzplus von 35%. Das Land ist nach wie vor auf Importe angewiesen. Die Chancen für deutsche Firmen stehen gut.

bfai NEU DELHI. Um Qualität und Service zu verbessern, planen die Unternehmen umfangreiche Investitionen. Das Interesse auf indischer Seite an Kooperationen - zunehmend auch bei Forschung und Entwicklung - wächst.

In der ersten Hälfte des Finanzjahres 2006/07 (1.4. bis 31.3.) verzeichnete die Branche gegenüber der Vorjahresperiode bereits ein Plus von 40%. Nach Angaben des Fachverbandes Indian Machine Tool Manufacturers Association (IMTMA) verdoppelte sich der Absatz von spanenden Werkzeugmaschinen und der Verkauf von CNC-Bearbeitungszentren legte um 70% zu. Für das Gesamtjahr rechnet IMTMA mit einem Plus von 35%. Die Branche ist in den letzten Jahren im Schnitt um 25% p.a. gewachsen. Das Marktvolumen schätzt der Verband für das laufende Finanzjahr auf 60 Mrd. indische Rupien (iR; rund 1 Mrd. Euro; 1 iR = 0,017 Euro).

Die Nachfrage wird laut IMTMA in erster Linie von der Kfz- und Zulieferindustrie vorangetrieben. Da nahezu alle indischen und ausländischen Automobilkonzerne ihr Engagement auf dem Subkontinent ausbauen möchten, prognostiziert der Verband für das kommende Finanzjahr 2007/08 sogar eine weitere Beschleunigung des Wachstums. Sektoren wie die Textil- und Bekleidungsindustrie, die Elektronikfertigung, der Maschinenbau und die Medizintechnik heizen den Bedarf zusätzlich an.

Der indische Werkzeugmaschinensektor kann allerdings die Binnennachfrage nur in bestimmten Segmenten befriedigen und ist nach wie vor stark auf Importe angewiesen. Um die Wettbewerbsfähigkeit der eigenen Produkte zu erhöhen, müssen laut IMTMA-Informationen die indischen Hersteller bis zum Jahr 2010 zwischen 20 Mrd. und 30 Mrd. iR in Modernisierung und Ausbau ihrer Fertigung investieren. Die Unternehmen versprechen sich davon, den technologischen Vorsprung von Ländern wie Deutschland, den USA oder Japan zu verkürzen und so die Abhängigkeit von Maschinenimporten zu verringern. Gleichzeitig erhoffen sich die Hersteller, ein größeres Exportgeschäft.

IMTMA Präsident C.P. Rangachar sieht daher auch bei der Kooperation auf der Forschungs- und Entwicklungsebene zwischen Hochschulen und Produzenten wachsendes Potenzial für ausländische Unternehmen auf dem indischen Markt. Schwerpunke sieht Rangachar vor allem in den Bereichen, in denen Indien nach wie vor einen großen Nachholbedarf hat. Hierzu zählen unter anderem die Materialkonsistenzprüfung und die Verbesserung der Genauigkeit bei der Fertigung von Präzisionswerkzeugen. Zudem will man sich stärker im den Sparten Mechatronik und der Hartbearbeitungsverfahren ("hard machining") engagieren.

Es gibt bereits eine Reihe langjähriger Kooperationen zwischen indischen und ausländischen Herstellern. Zu den größten zählt das Joint Venture zwischen dem US-Konzern Kennametal und der Yash Birla Group of India, das bereits seit Mitte der 80er Jahre in Indien produziert. Das deutsch-indische Joint Venture Bahrat Fritz Werner Ltd (BFW) expandiert ebenfalls. Mitte 2006 hatte das Unternehmen den Zuschlag des indischen Automobilkonzerns Maruti Udyog für die Lieferung von 14 Bearbeitungszentren im Wert von 150 Mill. iR erhalten.

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