Holzwirtschaft kritisiert holzfeindliche Bauvorschriften: Heimischer Wald birgt genug Öko-Rohstoff

Holzwirtschaft kritisiert holzfeindliche Bauvorschriften
Heimischer Wald birgt genug Öko-Rohstoff

„Wachstumschancen ohne Umweltsorgen“, verspricht Waldbesitzer Michael Prinz zu Salm-Salm bei einer steigenden Verwendung von Hölzern aus heimischen Wäldern. Prinz Salm preist Holz als den „Öko-Rohstoff des Jahrhunderts“ und beklagt dessen sparsame Verwendung als Baustoff.

BERLIN. Die fast ausschließlich mittelständisch geprägten Unternehmen der deutschen Forst- und Holzwirtschaft setzen sich inzwischen vereint im Deutschen Holzwirtschaftsrat (DHWR) für den Abbau von Wettbewerbsnachteilen für ihre Branchen ein. Ginge es nach den den gemeinsamen Wünschen der Holzwirtschaft, würden künftig holzfeindliche Bauvorschriften fallen und eine öffentliche Beschaffungsrichtlinie würde heimischen Hölzern den Vorrang geben.

Denn der deutsche Wald wächst. Er produziert inzwischen sogar mehr Holz, als für die Möbelindustrie, Baumärkte und die Papierproduktion benötigt wird. „Die Diskussion um das Waldsterben hat dazu geführt, dass in den Köpfen der Leute der Eindruck entstanden ist, es könne zu wenig Wald geben“, sagt Prinz Salm, der Präsident der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW) ist. Das Gegenteil aber sei der Fall. Der heimische Waldvorrat ist sogar größer als in Schweden oder Finnland“, behauptet Wilhelm Vorher, Sprecher des Deutschen Holzwirtschaftsrates. Es könne derzeit sogar weit mehr Holz geerntet werden, ohne die Regeln einer nachhaltigen Forstwirtschaft zu verletzen, berichtete Vorher auf einer DHWR-Veranstaltung in Berlin.

Charta für das Holz

Die Unternehmen der Forst- und Holzwirtschaft fordern von der Bundesregierung ein öffentliches Bekenntnis zum Holz als Roh- und Werkstoff und den Abbau von allen Hemmnissen, die den Holzeinsatz behindern. Sie erinnern die Regierung an ein rot-grünes Koalitionsversprechen, mit einer „Charta für das Holz“ die Holzverwendung in Deutschland anzukurbeln.

Dabei kann der private Waldbesitzer durch seine Waldbewirtschaftung allein keine Reichtümer erwerben. Sieben bis 27 Euro beträgt der durchschnittliche Reinertrag pro Hektar – und dies bei einer durchschnittlichen bewirtschafteten Waldfläche von 3,5 Hektar pro Eigentümer. Die Verpachtung zu Jagdzwecken bringt nur ganz wenigen Großgrundbesitzern in Deutschland Profit. Ein jährlicher Pachtzins von maximal 50 Euro pro Hektar führt dabei allerdings auch nicht zu Millionenerträgen. Auch Prinz Salm, der, aus altem Adel stammend, über immerhin rund 100 Hektar ererbten Waldbesitz verfügt, bestreitet den familiären Lebensunterhalt hauptsächlich aus seinen Einkünften als Winzer.

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