Hongkongs Maschinenhandel
Auf dem Weg aus der Krise

In den ersten Monaten des Jahres 2009 implodierte Hongkongs Maschinenhandel geradezu - im September war das Vorkrisenniveau schon fast wieder erreicht. Der Markt unterliegt derzeit heftigen Schwankungen. Auch zwischen einzelnen Sparten und Lieferländern gibt es zum Teil gewaltige Unterschiede.
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gtai HONGKONG. Die Nachfrage nach Anlagen zur Metallbearbeitung ist weiterhin sehr schwach, während z.B. das Geschäft mit Druckmaschinen boomt. Firmen aus Japan verloren in der Krise Marktanteile. Mancher deutsche Spezialanbieter konnte hingegen zulegen.

In Hongkong existieren nach Angaben des Trade Development Council rund 100 000 Gesellschaften, die sich auf den Handel mit Maschinen konzentriert haben. Fragt man Ende 2009 ein Dutzend von ihnen, bekommt man in der Regel auch zwölf verschiedene Antworten. Die Branche sendet seit dem Herbst teilweise sehr unterschiedliche Signale aus. Während einige Sparten noch tief in der Krise stecken, haben sich andere merklich erholt. Insgesamt ist jedoch eine Trendwende zu verspüren.

Im Jahresdurchschnitt 2008 hatten die Händler noch ein dickes Plus eingefahren. Das Handelsvolumen bei Maschinen legte um 8 Prozent auf knapp 34 Mrd. US-Dollar zu. Doch schon zur Jahreswende brachen die Bestellungen in nahezu allen Sparten regelrecht ein. Die Zollstatistik Hongkongs verzeichnete im ersten Quartal 2009 einen Rückgang der Brancheneinfuhren von 29 Prozent zum Vorjahr. Die entsprechenden Ausfuhren - hierbei handelt es sich zu fast 60 Prozent um Reexporte nach China - gaben sogar um 38 Prozent nach.

Die südchinesische Exportindustrie, einer der größten Kunden der Hongkonger Maschinenhändler, hielt sich infolge der internationalen Finanzkrise und der Umsatzrückgänge in ihren Hauptabnehmermärkten, den USA, Europa und Japan, mit Investitionen zurück. Unternehmen, die trotz der Krise ihre Fertigung modernisieren wollten, klagten derweil über den beschränkten Zugang zu Krediten.

Der Handel mit Werkzeugmaschinen und Anlagen zur Metallbearbeitung sowie von Druckmaschinen kam sogar zeitweise beinahe zum Erliegen. Die entsprechenden Warenströme gingen in den ersten drei Monaten 2009 um jeweils rund 60 Prozent zurück. Aber auch um die Anbieter von Textil- und Kunststoffmaschinen war es schlecht bestellt. Ihre Umsätze sanken um 50 Prozent.

Der Sturm ging einzig und allein an der Baumaschinensparte vorüber. Das riesige Konjunkturpaket Beijings in Höhe von nahezu 600 Mrd. US-Dollar heizte insbesondere die öffentliche Bautätigkeit und die Nachfrage nach entsprechenden Anlagen an. Zudem zog auch Hongkong zahlreiche Infrastrukturprojekte zeitlich vor. Das Geschäft mit Baumaschinen ging daher im ersten Quartal 2009 nur um 10 Prozent zurück.

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