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Schneeweiße Betten vom Profi

Bettlaken, Bezüge oder Personalkleidung - kaum ein Hotel reinigt oder kauft diese Wäsche mehr selbst - das erledigen spezialisierte Wäschereien. Der Trend geht zum Textilleasing. Besonders neu gegründete Häuser nutzen den Service. Doch der Markt ist umkämpft.

KÖLN. Noch ist für das Lindner-Hotel Windrose in Wenningstedt auf Sylt Nebensaison. Die knapp hundert Doppel- und Einzelzimmer, alle mit blütenweißer Bettwäsche bestückt, stehen zum Großteil leer. Der Betrieb läuft auf Sparflamme, aber er läuft: Früh morgens, während die meisten Gäste noch schlafen, kommen Mitarbeiter einer Wäscherei und Textilleasing-Firma mit großen Wäsche-Containern zum Hotel gefahren. Sie laden frisch gewaschene Bettlaken, Decken- und Kopfkissenbezüge und bunte Tischdecken aus. Die leeren Container füllen sie mit benutzter Wäsche. Mitarbeiter einer anderen Leasing-Firma bringen frische Uniformen für die Mitarbeiter an der Rezeption, im Restaurant und im Housekeeping und nehmen die benutzten Uniformen mit. Zweimal in der Woche kommen die Mitarbeiter der beiden Wäsche-Anbieter zurzeit vorbei. Wenn in zehn Tagen, zu Ostern, Hauptsaison ist, kommen sie täglich. Wie viel frische Wäsche sie pro Tag vorbeibringen, wird vorher mit der Hotelleitung abgesprochen.

Von den Diensten, die traditionelle Hotelwäschereien anbieten, unterscheidet sich der Wäsche-Kreislauf im Hotel Windrose deshalb, weil sämtliche Wäscheteile nicht Eigentum des Hotels sind, sondern den zwei beauftragten Wäschereien und Leasing-Firmen gehören. Für Hoteldirektorin Andrea Kunz hat dieser Service, den das Hotel bereits seit vielen Jahren in Anspruch nimmt, nur Vorteile. „Es ist vor allem platzsparend“, sagt sie. So benötigt das Hotel keinen Lagerraum für die Wäscheberge, die ein Hotel ohne Textilleasing immer in Reserve haben muss. Würde in Kunz' Hotel selber gewaschen, bräuchte sie zudem einen Raum für die Waschmaschinen und Trockner. Höhere Personal- und Energiekosten kämen auch hinzu.

So wie das Hotel Windrose auf Sylt greifen immer mehr Hotels auf den Komplett-Service der Wäschereien zurück. Dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband Dehoga zufolge steigt das Interesse an Textilleasing zusammen mit der Bettenzahl: Vor allem große Hotels leasen Bett-, Bad- und Tischwäsche sowie immer häufiger auch die Kleidung für die Angestellten, statt sie zu kaufen. Nach den für die Hotellerie sehr mageren Jahren 2001 bis 2003 geht es für die deutschen Hotels bei Umsatz und Übernachtungszahlen zudem seit 2004 wieder aufwärts. Im vergangenen Jahr verzeichnete die Branche ein Übernachtungs-Plus von drei Prozent. Für die früheren Lohnwäschereien und heutigen Leasing-Unternehmen bedeuten das wachsende Interesse am Textilleasing und die steigenden Übernachtungszahlen einen größer werdenden Markt - aber auch einen stärkeren Konkurrenzdruck.

Das Textilleasing-Unternehmen Josef Urzinger GmbH aus dem bayerischen Landshut gehört zu den Anbietern, die sich mit der Entwicklung insgesamt zufrieden zeigen. „Das Geschäft ist in den letzten zehn Jahren steil nach oben gegangen“, sagt Vertriebsleiter Heinrich Baßler. Etwa 2 000 Kunden versorgt Urzinger nach eigener Angabe mit Textilien, darunter renommierte Münchener Hotels wie das Platzl und den Bayerischen Hof. Zwar kommen nicht alle von Urzingers Kunden aus der Gastronomie oder Hotellerie, aber ihr Anteil wächst. Neben Bett-, Tisch- und Badezimmerwäsche sowie der weißen Schürze für den Koch und der Uniform für den Zimmerservice bietet das Unternehmen seit kurzem auch Leasing-Anzüge für die Mitarbeiter an der Rezeption an.

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