Humanoiden
Roboter packen im Mittelstand mit an

Technisch gesehen wäre der perfekte Humanoid im Jahr 2050 kein Problem mehr, meint der britische Autor David Levy. Roboter könnten dann so lebensecht konstruiert sein, dass sie weder in Aussehen, Funktion noch in der Persönlichkeit vom Menschen zu unterscheiden sind. Die Maschinenmenschen werden immer praktischer – und betreten neue Märkte.

DÜSSELDORF. Schon heute lassen sich Roboter entwickeln, die menschliche Gefühle an Stimme und Mimik erkennen und auf sie reagieren können. Im Jahr 2050 könnte es sogar passieren, dass wir uns in die Maschinenmenschen verlieben und sie heiraten werden - so zumindest prognostiziert es David Levy, der seit 30 Jahren im Bereich der künstlichen Intelligenz arbeitet und virtuelle Sprachcomputer entwickelt.

Doch so weit ist es freilich noch lange nicht. Vorerst wird die Industrie das Haupteinsatzfeld der High-Tech-Maschinen bleiben. Hier versuchen die Roboter-Hersteller, verstärkt kleinere Unternehmen vom Einsatz der intelligenten und vielseitigen Automaten zu überzeugen. "Die Entwicklung geht dahin, dass die Robotik auch für KMUs interessant wird", meint Thilo Brodtmann, stellvertretender Geschäftsführer beim Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). Einen wesentlichen Grund für diese Entwicklung sieht Brodtmann in den Fortschritten an der Mensch-Maschine-Schnittstelle. So seien die heutigen Roboter nicht nur multifunktional, sondern auch einfach zu programmieren. Daher könnten sie auch von Laien für vielfältige betriebliche Aufgaben angelernt werden.

Eine intuitive Programmiermethode, mit der Automatisierungseinsteiger einem Roboter neue Arbeitsschritte beibringen können, hat man zum Beispiel im Ladenburger Forschungszentrum der Firma ABB im Rahmen des EU-Forschungsprojekts SME-Robot ausgearbeitet. Das vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) koordinierte Projekt hat das Ziel, eine neuartige und interaktive Robotergeneration speziell für die Bedürfnisse des Mittelstands zu entwickeln. Beitrag der ABB ist das so genannte "Force Control Machining": Dabei führt ein Mitarbeiter den Roboterarm, wie den Arm eines Menschen, durch Anfassen schrittweise durch den Verarbeitungsprozess. An zentralen Positionen kann er dem verkabelten Kollegen mit vorab definierten Schlüsselwörtern zusätzlich einzelne Arbeitsschritte erklären. Eine Steuerungssoftware speichert dabei die Informationen ab und schon ist der Roboter eingearbeitet. "Der Traum, dass uns Roboter aufs Wort gehorchen, wird langsam Wirklichkeit", heißt es daher in Ladenburg.

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