Mittelstand
Hungrige Märkte mit großer Dynamik

Indonesien und Vietnam sind für deutsche Firmen wieder attraktiv. „Das Potenzial des Landes ist sehr groß“, sagt Hans-Peter Häßlein, Chef von Siemens Indonesien. Das gilt besonders für Anlagen- und Maschinenbauer. Aber angesichts wachsender Rohstoffeinnahmen rechnen auch deutsche Exporteure mit einem guten Geschäft.

JAKARTA. Rund 15 Mrd. Dollar jährlich stehen zusätzlich für Entwicklungs- und Infrastrukturprojekte zur Verfügung – unter anderem für große Bauvorhaben. Allerdings bilden chinesische, koreanische oder japanische Firmen mit starker staatlicher Unterstützung eine ernste Konkurrenz.

Dennoch will Siemens in Indonesien rasch wachsen. „Den Umsatz von derzeit rund 150 Mill. Euro wollen wir bis 2010 verdoppeln“, sagt Häßlein. Sehr viel mehr könnte es werden, wenn die Firma zusätzlich den Zuschlag für die Ausstattung neuer Kraftwerke erhalten sollte. Die Regierung hat angesichts des großen Energiebedarfs ein 10 000-Megawatt-Programm bis 2010 aufgelegt. Großes Interesse meldet die Regierung auch an erneuerbarer Energietechnologie an. Hohen Investitionsbedarf gibt es im Bergbau, in den Häfen, bei Verkehrswegen und im öffentlichem Nahverkehr.

Vor allem mittelständische Maschinenbauer interessierten sich deshalb verstärkt für das Land, stellt Jochen Sautter, Leiter des German Center in Jakarta, fest. Bremsfaktoren des Engagements sind allerdings für viele deutsche Firmen die Bürokratie, lange Genehmigungsverfahren und die chaotische Verkehrslage, vor allem in der Hauptstadt Jakarta.

Auch Vietnam verzeichnet ein starkes Wachstum, weil die kommunistische Regierung die Wirtschaft langsam für ausländische Firmen öffnet und kräftig in die Infrastruktur investiert. Das Land ist inzwischen nicht nur WTO-Mitglied, sondern verfügt über Asiens jüngste Bevölkerung und ein Lohnniveau, das deutlich unter dem Chinas liegt. Das hohe Wachstumstempo treibt die Kaufkraft der rund 84 Millionen Vietnamesen in die Höhe, was Handelshäuser wie Metro anlockt. Siemens kämpft in Vietnam gegen starke japanische Konkurrenz um einen rund 800 Millionen Euro schweren Auftrag für eine U-Bahn-Linie in Ho-Chi-Minh-Stadt. Die Bundesregierung unterstützt dies mit einem Finanzpaket aus Zuschüssen und günstigen KfW-Krediten.

„Das Interesse deutscher Firmen ist mittlerweile sehr hoch und schlägt sich zunehmend in konkreten Investitionsprojekten nieder“, berichtet Handelskammer-Chef Jan Nöther. Vorteile Vietnams seien die geographische Lage zwischen dem Großraum China und Südostasien, politische Stabilität und eine fleißige, wissbegierige Bevölkerung.

Zu den Risiken zählen Experten dagegen etwa, dass Vietnam bei Infrastruktur, Energieversorgung und der Qualifizierung von Arbeitskräften dem schnell steigenden Bedarf nicht nachkommt.

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