Hybridanleihen
Aus Fremdkapital mach Eigenkapital

Seit einigen Jahren können sich Großkonzerne Finanzierungsinstrumente beschaffen, die Fremdkapital wie Eigenkapital aussehen lassen. Doch auch Mittelständler können durch die Ausgabe dieser so genannten Hybrid-Anleihen ihre Kreditkapazität und die Finanzierungsstabilität erhöhen.

FRANKFURT. Seit wenigen Jahren beschaffen sich Großkonzerne und große mittelständische Unternehmen eigenkapitalähnliche Mittel durch die Emission von so genannten Hybrid-Anleihen am öffentlichen und privaten Kapitalmarkt. Hybride Anleihen sind Finanzierungsinstrumente, die die Eigenschaften von Eigen- und Fremdkapital in sich vereinen. Bei der Strukturierung spielen bilanzielle und steuerliche Gesichtspunkte, insbesondere aber auch ratingrelevante Fragestellungen eine entscheidende Rolle. So werden diese Anleihen regelmäßig so ausgestaltet, dass sie im Rahmen der Ratingverfahren von internationalen Ratingagenturen und Banken zumindest teilweise als Eigenkapital anerkannt werden. Einige Bedingungen sind hierfür maßgeblich zu beachten.

Erstens: Das Hybridkapital muss dem Unternehmen dauerhaft und langfristig zur Verfügung stehen. Zur Erfüllung dieses Kriteriums liegt die Restlaufzeit erfahrungsgemäß im deutlich zweistelligen Bereich.

Zweitens: Zinszahlungen sollten nur dann möglich sein, wenn das Unternehmen über ausreichende freie Rücklagen verfügt. In Zeiten unzureichender Rücklagen müssen Zinsstundungen gegenüber den Gläubigern der hybriden Anleihe freiwillig möglich sein - beziehungsweise: noch besser wäre es, wenn sie vertraglich vorgeschrieben sind.

Drittens: Im Falle der Insolvenz dürfen die Gläubiger dieser Anleihe nur nachrangig an der Insolvenzmasse partizipieren. Diese Nachrangigkeit ist regelmäßig notwendige Voraussetzung dafür, dass vorrangige Gläubiger dem Unternehmen zusätzliches Fremdkapital - insbesondere in Krisenzeiten - weiterhin oder zusätzlich zur Verfügung stellen.

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