Icon-Gruppe
Mittelständler managt Entwicklungshilfe

Was hat ein deutsches Familienunternehmen mit dem Bildungssystem in Honduras zu tun? Oder mit der Verbesserung der Ernährungssituation in der Ukraine? Oder dem Berufsbildungstraining für lateinamerikanische Frauen? Das sind nur einige der inzwischen über 650 Projekte, die die Icon-Gruppe – ein Kölner Familienunternehmen – in den vergangenen Jahren in über 120 Ländern durchgeführt hat.

KÖLN. Vor 30 Jahren wurde das Unternehmen als Icon-Institut Gesellschaft für angewandte Sozialforschung, Beratung, Planung und Entwicklung mbH gegründet. Die Idee des damals 35-jährigen Firmengründers Walter Stephany war die Hilfe, Beratung und Abwicklung von Entwicklungshilfeprojekten.

Stephany hatte nach seinem VWL-Studium gerade fünf Berufsjahre hinter sich, als die Firma, für die er damals arbeitete, Konkurs anmeldete. Er beschloss, sich selbstständig zu machen – und zwar mit der Idee, Förderprojekten in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit mit Beratungsleistungen zur Seite zu stehen. Eines der ersten Entwicklungsprojekte von Icon war die Verbesserung der EDV der ostafrikanischen Zollunion. Das habe sich mehr oder weniger zufällig so ergeben, so Stephany. Seine Frau arbeitete als Afrika-Referentin bei der Carl-Duisberg-Gesellschaft.

Mit der Ausweitung des Geschäfts wurde aus der Gründungsidee inzwischen die Icon-Holding mit sieben Fachinstituten, die im vergangenen Jahr einen Umsatz von über 20 Mill. Euro erzielte, knapp 70 Mitarbeiter in Deutschland, mehr als 30 feste Mitarbeiter im Ausland, über 400 internationale Honorarkräfte und zahlreiche lokale Fach- und Hilfskräfte beschäftigte. Auftraggeber sind unter anderem die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit, die Kreditanstalt für Wiederaufbau sowie deutsche Firmen und Entwicklungshilfegesellschaften – oder internationale Institutionen wie die Weltbank. Seit den neunziger Jahren wickeln die Icon-Institute, die ihren Hauptsitz im Süden Kölns haben, auch von der Europäischen Union finanzierte Projekte in aller Welt, insbesondere in den Reformländern des Ostens, ab. In Summe bedeutete das über 2 050 Leistungsmonate im vergangenen Jahr.

In der Anfangszeit gestaltete sich das Geschäft noch recht schleppend; erst ab 1990 stieg der Umsatz mit deutlicheren Zuwachsraten. In all den Jahren ist Icon jedoch ein typischer Familienbetrieb geblieben. Walter Stephany als Senior hat noch immer das Sagen, obwohl auch die beiden Mitgeschäftsführer Hans-Georg Luban und Rainer Stoff Anteile halten. Schwägerin Katharina Tegeder hat das Icon-Institut Public Sector übernommen. Bruder Michael leitet als ehemaliger Studienrat das GET (German Educations and Training) – die erste Tochtergesellschaft mit Fachprofil und seit 1987 im Bildungssektor tätig. Tochter Maya Stephany-Daguzè (32) ist ebenfalls seit kurzem ins operative Geschäft eingestiegen und fürs Business Development zuständig. Die jüngere Tochter Tanja (29) bereitet sich auf ihren Einstieg in den elterlichen Betrieb vor.

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