IdeaLab
„Durch Deutschland muss ein Gründerruck gehen“

Das Gründerland Deutschland ist besser als sein Ruf. Da sind sich Experten auf dem Gründerkongress IdeaLab! der Otto Beisheim Business School of Management einig. Dennoch könnte es hierzulande viel mehr Gründer geben, wenn erfolgreiche Mittelständler öfter als Vorbilder für junge Gründer in Erscheinung treten würden.
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VALLENDAR. Mark Zuckerberg ist auf dem Gründerkongress IdeaLab! allgegenwärtig. In den Gesprächen junger studentischer Teilnehmer auf dem Campus der Otto Beisheim Business School of Management ist der Gründer des weltweiten sozialen Netzwerks Facebook genauso immer wieder Thema wie in den Vorträgen und Diskussionsrunden. Zuckerberg, dieser Name ist ein Synonym für den erfolgreichen Firmengründer, für einen, der seine Vision verwirklicht hat.

Auch Professor Malte Brettel von der Rheinisch-Westfälisch Technischen Hochschule Aachen hat nichts gegen Zuckerberg einzuwenden. Ganz im Gegenteil - Brettel würde sich nur wünschen, dass die deutschen Zuckerbergs öffentlich Flagge zeigen und fürs freie Unternehmertum werben würden. Zwar sind die Zuhörerreihen bei den Veranstaltungen des IdeaLabs voller junger Studenten, die später vielleicht einmal ein Unternehmen aufbauen wollen. "Aber Deutschland könnte noch mehr Gründer haben, wenn es die passenden Vorbilder geben würde", sagt Brettel. Oder besser gesagt: Wenn all die Hidden Champions aus dem Schatten treten würden.

Denn ein Zuckerberg alleine, so Brettel, taugt nicht als Leitbild für die hiesige öffentliche Wahrnehmung von Firmengründern im Besonderen und Unternehmern im Allgemeinen. Beiden attestiert nicht nur Brettel ein derzeit eher schwieriges Image. "Das persönliche Risiko überlässt man den Unternehmern gerne, den finanziellen Erfolg hingegen eher weniger", sagt Brettel. Erfolg kann man haben, aber nicht darüber reden.

Diese Erfahrung hat Christian Vollmann, Mitgründer der Internet-Partnervermittlung eDarling, im Laufe der Jahre als Start-up-Unternehmer schon gemacht. "Es ist leider noch so, dass erfolgreiche Gründer schnell die Schattenseiten der Neidgesellschaft kennen lernen." In den USA dürfe man seinen Erfolg zeigen, in Deutschland nicht. Schnell würden junge Unternehmer in die falsche Ecke gestellt - samt Häme bei Misserfolg. Die Deutschen und ihre Wirtschaftskapitäne, ein schwieriges Verhältnis.

Dabei waren die Rahmenbedingungen vor allem für Existenzgründer selten so gut wie heute: Staatliche Fördergelder, so Experten, gebe es genauso wie Business Angels oder Privatinvestoren, die bereit seien, junge Unternehmer zu fördern. Und bei Veranstaltungen wie IdeaLab! fänden Gründer und Private Equity schnell zusammen. Auch an Beratungsangeboten herrsche kein Mangel, Rückhalt aus der Politik gebe es obendrein.

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Kommentare zu " IdeaLab: „Durch Deutschland muss ein Gründerruck gehen“"

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  • Was für ein stumpfer Kommentar Herr Handke... Sie glauben wahrscheinlich auch noch Deutschland sei ein gallisches Dorf und man müsste sich nicht um die Welt da draußen kümmern... als hätte sie keine wirtschaftliche Relevanz. Sämtliche Inhalte der Studiengänge an der WHU sind komplett auf Englisch, damit man später auch vernünftig im Ausland arbeiten kann, vernünftig mit ausländischen Firmen und Mitarbeitern kooperieren kann und im Inland in internationalen Teams zusammenarbeiten kann.

    Aber nein, sie haben recht. Für die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands ist es sicher sinnvoll wenn wir uns nur auf unsere eigene Sprache und Kultur fixieren... Leute die Englisch immer noch als modernes Geschwafel abtun in einer globalisierten Welt sind ja wirklich im vergangen Jahrhundert hängengeblieben.

  • Ja es gibt sie doch die zahlreichen Callcenters die alten Omas die bankdaten abkaufen für einen angeblichen Lottogewinn.

    Akademische Gründerfirmen ala telekom und Nachfolger vom zumwinckel.

    Oder die erfolgreichen beraterunternehmen die ihnen erklären: Wie sie am besten ihr Geld im Ausland anlegen.

    Oder eine Farbberatung bei den business Frauen? Charismatraining oder Hyphnose gefällig? Verkaufstraining halt.
    Oder Hedge Fonds: erfolgreiche Frauen endlich mal Frauen die selber ihr Geld verdienen können. Frauenförderung pur.

    Gibt es hier in Deutschland noch was anderes?

  • Selten soviel Quatsch auf einmal gelesen!

    im bezug auf Gründungen ist Deutschland verbranntes Land. in einem Land in dem so wenig für die bildung und soviel für die Verblödung getan wird, hat ein Gründer mit mit Fleiß und ideen kaum bzw. keine Chancen. Mit 40 zu alt für den Arbeitsmarkt und mit 20 zu blöd zum Lesen und Gehälter für Fachkräfte dürfen den Status des Chefs nicht beschädigen. Aha!

    Technologisch hat Deutschland schon längst verloren und unsere Führungsidioten kippen sich munter unser Geld in den Hals und kommen weiter ungeschoren davon.

    Zuckerberg ist bestimmt KEiN Vorbild, ebenso wenig wie Geldgeilheit oder betrug.

    investoren? business Angels? Selten so gelacht.... "Risikokapitalgeber" darf sich davon keiner nennen. Wenn man sich ansieht in was für Müll da Geld reingepumpt wird und zeitgleich gibt man guten ideen null Chance.

    Ne... also wirklich nicht! Jeder Gründer sollte aus Deutschland flüchten oder einfach einen Job in einer Fabrik oder büro annehemen. Alles andere macht in diesem Land echt keinen Sinn.

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