IFRS
Der lange Weg zur Angleichung

Eigentlich wäre es – nach kontinentaleuropäischem Verständnis – eine hoheitliche Aufgabe, die Grundsätze ordnungsmäßiger Rechnungslegung festzusetzen. Doch die jahrelangen Abstimmungs-Prozesse auf EU-Ebene über die vierte und siebte Bilanz-Richtlinie haben gezeigt, dass staatliche Institutionen Probleme haben, das im internationalen Markt notwendige Modernisierungstempo vorzulegen.

wb FRANKFURT. So gründeten Wirtschaftsprüfer-Organisationen aus zehn Ländern in London 1973 das International Accounting Standards Committee mit dem Ziel, international gültige Rechnungslegungsregeln zu erarbeiten. Nach finanziellen Problemen und einer grundlegenden Umstrukturierung wurde daraus 2001 das IASB, das International Accounting Standards Board, das die Arbeit fortführt. Inzwischen ist sein Werk, als International Accounting Standards (IAS) begonnen und als International Financial Reporting Standards (IFRS) fortgesetzt, auf 2 400 Seiten angewachsen.

Neben den vollen IFRS für kapitalmarktorientierte Unternehmen arbeitet das IASB seit 1998 auch an einem Projekt der IFRS für kleine und mittlere Unternehmen. Die erste Entwurfsversion soll bis Ende Juni vorliegen. Bislang hat sie einen Umfang von 233 Seiten, allerdings fehlen noch die Abschnitte zu Themen wie Finanzinstrumente, Steuern und einigen anderen. Dennoch will das IASB die fertigen „IFRS for SME“ (Small and Medium Enterprises, deren Größe nicht definiert wird) bereits im Juni 2007 veröffentlichen.

Weil das noch nicht Arbeit genug ist, hat sich das IASB auch noch das „Projekt Konvergenz“ vor die Brust genommen, das in Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Financial Accounting Standards Board auf die Harmonisierung der IFRS mit den US-Rechnungslegungsregeln US-GAAP zielt. Die Arbeitsgruppe soll 2009 die wichtigsten Ergebnisse vorlegen.

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