Im Gespräch mit: Thilo Brodtmann
„Der Roboter wird zum Produktionsassistenten“

Roboter werden bei der Produktion immer gefragter. Der Branchenumsatz in der Automation ist im vergangenen Jahr um 13 Prozent gestiegen. Im Handelsblatt-Interview spricht Thilo Brodtmann, Geschäftsführer des Fachverbands Robotik + Automation im VDMA, über Wachstumsmärkte und Konkurrenten.

Herr Brodtmann, der Branchenumsatz in der Automation ist 2007 um 13 Prozent auf 8,2 Mrd. Euro gewachsen. Woher kommt die starke Nachfrage?

Es gibt vor allem bei großen Kunden einen starken Trend hin zu höherer Automatisierung. Das bestätigen die jüngsten Umfragen: Die Automobilindustrie als größter Abnehmer sieht es als größte Herausforderung an, die Produktivität weiter zu steigern. Die Firmen investieren sehr viel in die Verbesserung der Produktionsprozesse. Das bringt unserer Branche Geschäft.

Die deutschen Unternehmen haben wegen hoher Lohnkosten ihre Fertigung schon recht weit automatisiert. Gibt es immer noch viel Rationalisierungspotenzial?

In den Produktionsstätten verändert sich unglaublich viel. Die Unternehmen müssen schneller auf Trends reagieren. Allein die Automobilhersteller bringen viel häufiger als früher neue Modelle auf den Markt. In der Verbrauchsgüterindustrie ist das noch extremer: Die Lebenszyklen der Produkte werden kürzer und die Losgrößen kleiner. Teilweise gibt es einen regelrechten Design-Hype. Da ist intelligente Automatisierungstechnik gefragt.

Intelligente Technik - was heißt das?

Nehmen wir hybride Automation, das Zusammenspiel von manueller und automatisierter Fertigung. Ein neues Design bedeutet häufig auch Handarbeit. Ein Beispiel ist die Mobilfunkbranche: Das Innenleben der Handys lebt länger, während das Design sich dauernd ändert, um neue Kunden anzusprechen. Während die Hersteller die Elektronik so standardisiert in Massen fertigen, müssen sie die Außenhülle manuell an die jeweiligen Designwünsche anpassen.

Jetzt soll das Wachstum der Branche abflauen, auf neun Prozent in diesem Jahr. Woran liegt das?

Das liegt an der Abhängigkeit von der Automobilindustrie. 2007 sind viele neue Modelle auf den Markt gekommen, daher gab es viele Aufträge, die mit Änderungen in der Produktion zusammenhingen. Allein die Robotik erzielt 60 Prozent des Umsatzes in dieser Branche. Allerdings kommt Robotik mehr und mehr auch in anderen Industrien zum Einsatz, das hat die Abhängigkeit von der Automobilbranche verringert.

Der Bereich Bildverarbeitung hat sich schwächer entwickelt. In der Halbleiter-, Elektronik- und Flachbildschirmindustrie sind Aufträge weggebrochen. Geht es bald wieder aufwärts?

Auf jeden Fall, die Technik hat eine Riesenzukunft. In den nächsten fünf Jahren sehe ich ein Wachstumspotenzial von jährlich fünf bis zehn Prozent. Auch außerhalb der industriellen Anwendung hat die Bildverarbeitung großes Potenzial. Ganz London ist aus Sicherheitsgründen mit Kameras bestückt, auch das Mautsystem auf deutschen Autobahnen käme ohne die Technik nicht aus. Das Wachstum wird sich fortsetzen.

Seite 1:

„Der Roboter wird zum Produktionsassistenten“

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%