Immer mehr Unternehmen treten ihre Forderungen ab
Factoring bietet Ausweg aus Liquiditätsengpass

Liquiditätsprobleme bringen Unternehmen oft in existenzgefährdende Schieflagen – besonders dann, wenn der Absatz nicht mehr finanziert werden kann. Alljährlich müssen deshalb tausende Mittelständler trotz gefüllter Auftragsbücher den Gang zum Insolvenzrichter antreten. Mit alternativen Finanzierungsinstrumenten wie Factoring können Unternehmer aktiv gegensteuern.

DÜSSELDORF. Auf den ersten Blick ist es für Außenstehende nur schwer nachvollziehbar, wenn es in Unternehmen trotz guter Auftragslage zu Liquiditätsengpässen kommt. Interne Misswirtschaft ist nur selten der Grund. Vielmehr wird die Finanzierungsstruktur der meisten Unternehmen den heutigen Marktbedingungen nicht mehr gerecht. Das liegt einerseits an der traditionell dünnen Eigenkapitaldecke des deutschen Mittelstands, die Forderungsverluste kaum abfedern und lange Laufzeiten bis zum Bezahlen der Leistung nur selten überbrücken kann.

Verschärft wird diese Situation durch Banken, die immer seltener ausreichende kurzfristige Darlehen zur Sicherung der Zahlungsfähigkeit gewähren. Sie halten sich zurück oder verabschieden sich unter Berufung auf die neuen Eigenkapitalregeln (Basel II) aus dem klassischen Kontokorrentgeschäft – sehr zum Nachteil des Mittelstands: So nahmen laut Deutschem Industrie- und Handelskammertag die Kreditsorgen zwischen 2002 und 2004 bei jedem dritten kleinen und mittleren Unternehmen zu.

Nicht zuletzt deshalb verzeichnet zum Beispiel das Factoring Zuwächse. Damit lässt sich die Absatzfinanzierung auf ein sicheres Fundament stellen und dem Liquiditätsproblem bei langen Zahlungszielen oder -verzug begegnen. Der Unternehmer tritt seine Forderungen an ein Finanzierungsinstitut, den Factor, ab. Innerhalb von zwei Tagen überweist der Factor dem Unternehmer einen Abschlag in Höhe von 60 bis 90 Prozent des fälligen Betrages. Sobald der Rechnungsempfänger an den Factor gezahlt hat, erhält der Unternehmer die restliche Summe. In dieser Konstellation ist die Forderung selbst bei Totalausfall versichert; der Unternehmer bekommt das ihm zustehende Geld unter Garantie.

Zusätzlich übernimmt der Factor die gesamte Mahnbuchhaltung und behält die Zahlungsfähigkeit der Rechnungsempfänger im Auge. „Wer das Wachstum seines Unternehmens von langen Forderungslaufzeiten abkoppeln möchte, für den ist Factoring eine gute Wahl“, bestätigt Wolfgang Stoecker, Vertriebsdirektor im Bereich Unternehmenskunden bei der Ostsächsischen Sparkasse Dresden. Während die Kontokorrentlinien der Banken meist individuell auf Basis vorhandener Sicherheiten festgesetzt sind – zu denen aber Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nicht zählen –, wächst die Liquiditätsversorgung beim Factoring proportional zur Umsatzentwicklung mit.

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