Immer weniger Jobs
Elektrohandwerk sieht sich am Tiefpunkt

Das deutsche Elektrohandwerk sieht sich angesichts der anhaltend schwachen Konjunktur nach Darstellung seines Dachverbandes am Tiefpunkt angelangt.

Reuters FRANKFURT. Gerade mal 8,9 % der Mitgliedsbetriebe in Deutschland beurteilten ihre Lage noch als gut, teilte der Zentralverband der deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) am Mittwoch in Hamburg mit. Dagegen hätten in einer Konjunkturumfrage des Verbandes 55,5 % ihre wirtschaftliche Situation als schlecht bezeichnet. Bei drei Viertel der Betriebe reiche der Auftragsbestand kaum weiter als einen Monat. Die Zahl der Beschäftigten in der Branche sei bereits im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen und auch 2003 sei keine Besserung zu erwarten.

Als geradezu „katastrophal“ bezeichnete der ZVEH die Situation der Betriebe in den ostdeutschen Bundesländern. Demnach beurteilten 57 % der Handwerksunternehmen dort ihre Lage negativ. Sie rechneten zudem mit einer weiteren Verschlechterung, hieß es. Aber auch in den westdeutschen Ländern zeige der Konjunkturtrend abwärts.

Im Gesamtjahr 2002 hätten die Unternehmen der elektro- und informationstechnischen Handwerke Umsatzeinbußen von 8,5 % auf 32,6 Mrd. Euro verkraften müssen. „Aktuelle Zahlen für das erste Quartal 2003 lassen wenig Hoffnung aufkommen“, urteilte der ZVEH ferner. Konkrete Zahlen teilte der Verband dazu noch nicht mit, verwies aber auf die anhaltend schwache Bauwirtschaft - einem entscheidenden Kunden der Handwerker. Für 2003 prognostiziert der ZVEH einen weiteren Umsatzrückgang von rund 5 %.

Keine gute Botschaft hat der Verband zudem für die Beschäftigten der Branche. Bereits im vergangenen Jahr sei die Zahl der Arbeitsplätze um 4,8 % auf rund 370 900 geschrumpft - Tendenz negativ. Vor allem die aktuell von der Bundesregierung angedachte Änderung der Handwerksordnung könne sich nach Darstellung des ZVEH weiter negativ auf die Beschäftigung in der Branche auswirken. „Würde der Meisterbrief nicht mehr Voraussetzung zur Selbstständigkeit sein, ist damit zu rechnen, dass Handwerksbetriebe allenfalls noch für den eigenen Bedarf ausbilden - hier droht auf einen Schlag der Verlust von 60 000 Ausbildungsplätzen“, warnte der ZVEH.

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