Immobiliengruppe GWB besorgt sich frisches Kapital
Mittelstand setzt stärker auf Genussscheine

Genussscheine erleben als Finanzierungsform derzeit eine Renaissance. Vor allem Mittelständler setzen bei der Kapitalbeschaffung auf diese Alternative. So auch die im Bau- und Immobiliengeschäft tätige GWB Unternehmensgruppe.

ret FRANKFURT/M. „Der Genussschein ist für ein Unternehmen unserer Größe ein interessantes Finanzierungsinstrument“, sagt GWB-Chef Norbert Herrmann. Das Unternehmen hat über das Frankfurter Finanzhaus Youmex eine ABS-Transaktion (Asset Backed Securities – durch Vermögenswerte gesicherte Anleihe) in Form von Genussscheinen über 20 Mill. Euro aufgelegt.

Nach eigenen Angaben führt Youmex derzeit Gespräche mit gut ein Dutzend deutschen Mittelständlern, die ebenfalls Genussscheine ausgeben wollen. Genussscheine sind Wertpapiere, die eine Zwitterstellung zwischen Aktien und Anleihen einnehmen. Im Gegensatz zur Aktie beinhalten sie keine Mitverwaltungsrechte am Unternehmen; sie sind jedoch grundsätzlich mit einer gewinnabhängigen Ausschüttung – häufig kombiniert mit einer festen Grundverzinsung – ausgestattet.

„Wegen der durch Basel II auf Bankenseite eingeschränkten Kreditvergabemöglichkeiten sind Genussscheine gerade für den Mittelstand eine attraktive Alternative zu anderen Finanzierungsformen“, sagt Florian Schultz von der Großkanzlei Linklaters, Oppenhoff & Rädler. Dies auch, weil Genussscheine große Gestaltungsmöglichkeiten bieten. Interessant für den Emittenten ist, dass Vergütungen auf Genussrechte Aufwand sind, der den Jahresüberschuss mindert.

Das Papier von GWB garantiert Anlegern nach Angaben von Herrmann eine Kapitalrückzahlung. Dies geschieht dadurch, dass 35 Prozent der am 31.12.2019 fälligen Emission über 15 Jahre in den DWS FlexPension Investmentfonds investiert werden. Der Genussschein, der im Frankfurter Freiverkehr gelistet werden soll, weist eine Grundverzinsung von sechs Prozent auf. Der Anleger kann bei günstiger Geschäftsentwicklung zudem auf eine Gewinnbeteiligung von 35 Prozent hoffen, so dass die Rendite maximal auf zwölf Prozent steigen würde. Als Risiken der Emission sehen Analysten die Schwäche der Bau- und Immobilienbranche in Deutschland und die Gefahr, dass sich das Unternehmen nicht den Plänen entsprechend entwickelt. Um am Ende der 15-jährigen Laufzeit eine Rückzahlung des Nominalbetrags zu garantieren, muss der Sicherungsfonds Renditen von durchschnittlich 7,8 Prozent pro Jahr erwirtschaften.

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