Indische Branche wächst rasant
Deutschland nutzt indische IT-Dienstleistungen kaum

Der indische IT-Sektor ist weiter ungebremst auf Wachstumskurs. Allein im vergangenen Jahr legte die Branche vorläufigen Schätzungen zufolge um knapp 30 Prozent zu, hauptsächlich mit dem Export von Dienstleistungen in die USA, doch verstärkt treten nun auch die Europäer auf. Der deutsche Anteil ist jedoch entgegen allgemeinem Anschein verschwindend gering.

bfai NEW DELHI. Die IT-Industrie gehört zu den etablierten Segmenten der indischen Volkswirtschaft. Alle Anzeichen deuten derzeit darauf hin, dass sie das Ziel, 2010 Software und IT-Dienstleistungen im Wert von 60 Mrd. Dollar zu exportieren, auch erreichen wird. Bleiben die Wachstumsraten so hoch wie sie momentan sind, könnte dies sogar vorfristig möglich sein. Handelspartner Nummer Eins sind weit vor allen anderen die USA, aber der europäische Markt gewinnt an Bedeutung.

Der indische IT-Sektor (Software, Hardware, Dienstleistungen) wird seinen Umsatz im Finanzjahr 2006/07 (1.4. bis 31.3.) im Vergleich zur Vorperiode voraussichtlich um 28 Prozent auf 47,8 Mrd. Dollar steigern können. Das wäre knapp das Zehnfache der 4,8 Mrd. Dollar, die für 1997/98 in den Büchern stehen, schreibt der Fachverband, die National Association of Software and Service Companies (NASSCOM) in ihrer "Strategic Review 2007". Der Beitrag des Industriezweigs zum Bruttoinlandsprodukt soll in dem vorgenannten Zeitraum von 1,2 auf 5,4 Prozent zunehmen.

Nordamerika ist 2005/06 nach wie vor der wichtigste Kunde mit einem Anteil an den indischen Branchenexporten von 67,1 Prozent. Dieser Wert, an dem Kanada mit 1 Prozent beteiligt ist, folgte in den letzten vier Jahren einer leicht fallenden Tendenz. Im BPO-Segment werden gute Chancen für eine Zunahme bereichsspezifischer Anwendungen (domain-specific offerings) gesehen. Finanzdienste und das Gesundheitswesen gehören auch zu den sich rasch entwickelnden Geschäftsfeldern. Komplexen Diensten wie der Bearbeitung von Versicherungsfällen, der technologischen Forschung und der Entwicklung von Börsenanalysen werden ebenfalls gute Perspektiven eingeräumt.

Mehr als das, was Indien an Geschäftsmöglichkeiten mit Nordamerika seit einiger Zeit tendenziell verliert, gewinnt es im Austausch mit Europa hinzu. Lag der Erlös aus diesem Raum 2002/03 noch bei 22,1 Prozent, so waren es 2005/06 schon 25,1 Prozent. In Westeuropa werden gute Chancen in der Biotechnologie, -informatik, Genomforschung und Nano-Technologie gesehen. Kunden in Westeuropa, so heißt es, würden vornehmlich nach Geschäftsprozessen "outsourcen" und weniger nach Funktionsbereichen. Innerhalb Westeuropas ist es Großbritannien, das mit einem Umsatzanteil von 15 Prozent dominiert. Der Umsatz mit Deutschland kam 2005/06 nicht über 2,4 Prozent hinaus. Um diesen Markt wolle man sich künftig aber stärker kümmern, wird gesagt.

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