Indus auf Rekordkurs

„Bau läuft derzeit riesig gut“

Die Mittelstandsholding Indus hat im ersten Halbjahr deutlichen Gewinnsprung gemacht. Firmenchef Jürgen Abromeit freut sich über die brummende Bau-Konjunktur und kündigt weitere Zukäufe an.
Der Indus-Vorstandschef stellt weitere Zukäufe in Aussicht. Quelle: Indus Holding
Jürgen Abromeit

Der Indus-Vorstandschef stellt weitere Zukäufe in Aussicht.

(Foto: Indus Holding)

DüsseldorfDa hat er die richtige Nase gehabt: Anfang Juni wurde der Kaufvertrag unterschrieben, seit gut einem Monat gehört der Furnierkanten-Spezialist Heitz aus dem niedersächsischen Melle offiziell zu Indus und verstärkt als elftes Unternehmen die Sparte Bau und Infrastruktur der Mittelstandsholding. Heitz beliefert mit seinen Furnieren aus Echtholz als führendes Unternehmen in dem Bereich weltweit die Möbel- und Bauindustrie – Ikea gehört beispielsweise zu den größten Kunden.

Mit rund 300 Mitarbeitern kommt das Familienunternehmen auf rund 30 Millionen Euro Umsatz. „Heitz passt sehr gut zu uns“, sagte Indus-Vorstandschef Jürgen Abromeit am Dienstag dem Handelsblatt – zumal die Firma als hochprofitabel gilt. Das eint sie mit den anderen Indus-Beteiligungen aus dem Segment. „Alle Firmen liegen auf Rekordkurs“, sagte Abromeit, „Bau läuft derzeit riesig gut.“

Das lässt sich auch an den Zahlen ablesen, die Indus aus Bergisch Gladbach gestern präsentierte: Im ersten Halbjahr legte der Umsatz der Bausparte gegenüber dem Vorjahr um fast ein Viertel zu. Der operative Gewinn stieg um fast 70 Prozent auf 19,4 Millionen Euro, die Marge erreichte außergewöhnliche 14,7 Prozent. „Diese Dynamik hatten wir so nicht erwartet“, sagte Abromeit. „Bau ist eines unserer größten Wachstumsfelder. Überall wird viel investiert, in die Infrastruktur, in den Wohnungsbau – und wir decken die ganze Spanne ab.“

Damit stellte sich die Bau- und Infrastruktursparte an die Spitze der anderen Segmente rund um Maschinen- und Anlagenbau, Medizin-, Metall und Fahrzeugtechnik. 44 Firmen gehören insgesamt zum Indus-Reich. Doch nicht nur der Bau, auch die anderen Sparten profitierten von der deutlich besseren Auftrags- und Konjunkturlage vor allem im zweiten Quartal. So erreichte der Umsatz im ersten Halbjahr 714,9 (Vorjahr: 675,6) Millionen Euro, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) belief sich auf 69,3 (62,7) Millionen Euro. Der verhaltene Start zu Jahresanfang wegen der vielen politischen Unsicherheiten und der schwächeren Konjunktur in China wurde damit mehr als ausgeglichen.

Diesen Investoren gehört der deutsche Mittelstand
Platz 10: JP Morgan Asset Management
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Mary Callahan Erdoes, CEO der JP Morgan Privatbank. 2015 hatte das JP Morgan Asset Management insgesamt rund 1,7 Milliarden Euro in den börsennotierten Mittelstand investiert. Im Jahr davor waren es nur 846,5 Millionen Euro.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der cometis AG, einer Beratungsgesellschaft für strategische Finanz- und Unternehmenskommunikation und dem Investor- Relations-Datenbankanbieter Ipreo. Dabei wurde ausgewertet, welche Investoren gemessen an der Summe ihrer Investments die größten Beteiligungen im börsennotierten deutschen Mittelstand halten.

Quelle: cometis

Platz 9: Oppenheimer Funds
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Die US-amerikanische Investmentgesellschaft Oppenheimer Funds belegt Platz neun unter den größten Investoren in MDax, SDax und TecDax. 2015 hielten sie Beteiligungen im Wert von insgesamt 1,66 Milliarden Euro. Das waren 300 Millionen Euro mehr als noch ein Jahr zuvor. Hoch im Kurs steht bei den Amerikanern der Medienkonzern ProSiebenSat.1.

Platz 8: MFS International
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Auf Platz acht der größten Investoren schafft es MFS International mit Beteiligungen in Höhe von 1,73 Milliarden Euro. Seine größten Beteiligungen hält die in Großbritannien registrierte Gesellschaft an dem Industrieunternehmen Gea, dem Chemiekonzern Brenntag und LEG Immobilien.

Platz 7: Elliott Management Corporation
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Paul Singer, Gründer und CEO der Elliott Management Corporation. Der Hedgefonds hat 18,8 Prozent seines Portfolios im deutschen Mittelstand investiert. 2015 waren es rund 1,79 Milliarden Euro. Die zwei Unternehmen, an denen sich der Investor am stärksten beteiligt hat, sind Kabel Deutschland und der Maschinenbauer DMG Mori Seiki.

Platz 6: MFS Investment Management
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Mit Investments in Höhe von 1,97 Milliarden Euro schafft es MFS Investment Management auf Platz sechs der größten Investoren im börsennotierten deutschen Mittelstand. Seine größte Beteiligung halten die US-Amerikaner in der Symrise AG, die Duft-, Geschmacks- und Wirkstoffe für Kosmetika und Lebensmittel herstellt.

Platz 5: Capital Research Global Investors
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Die Capital Research Global Investors gehören zu den Top-Fünf der größten Investoren in MDax, SDax und TecDax. Die Amerikaner haben 2,01 Milliarden Euro in Unternehmen der Indizes angelegt. Zu den deutschen Unternehmen, an denen sie am stärksten beteiligt sind, gehört neben ProSiebenSat.1 und Freenet auch Hugo Boss.

Platz 4: Capital World Investors
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Mit Capital World Investors gehört die zweite Tochtergesellschaft des US-Riesen „The Capital Group“ zu den größten Investoren im deutschen börsennotierten Mittelstand. Capital World Investors bringt es auf Beteiligungen in Höhe von 2,61 Milliarden Euro. Das ist jedoch deutlich weniger als noch 2014, als die Summe 3,28 Milliarden Euro betrug. Besonders beliebt bei den Amerikanern ist beispielsweise der Münchner Triebwerkhersteller MTU Aero.

Abromeit machte nach dem Rekordergebnis im zweiten Quartal Hoffnung auf einen höheren Gewinn auch im Gesamtjahr. „Wir haben gute Auftragseingänge und eine tolle Auftragsreichweite“, sagte er. Das stimme ihn auch für das dritte Quartal zuversichtlich. Sollte das tatsächlich der Fall sein, „dann können wir uns eine Anhebung der Ergebnisprognose vorstellen.“ Die sieht ein Umsatzplus von zwei Prozent auf über 1,4 Milliarden Euro und einen operativen Gewinn (Ebit) zwischen 134 und 138 (Vorjahr: 136) Millionen vor.

Dafür will Abromeit auch in Zukäufe investieren, gern auch weiter im Bau- und zusätzlich im Sicherheitsbereich. „Hier erwarten wir auch in den kommenden Jahren ein überproportionales Wachstum“, sagte er. Auch seien Zukäufe hier noch zu stemmen – anders als beispielsweise in der Medizintechnik: „Die Preise, die derzeit dort aufgerufen werden, sind einfach nur irre.“

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