Industrialisierung
Indien lockt Investoren mit Sonderzonen

Indien will nach dem Vorbild Chinas die Industrialisierung des Landes beschleunigen. Zu diesem Zweck soll der indische Industrielle Mukesh Ambani, Chef des Konzerngiganten Reliance, eine 5,5 Mrd teure Sonderwirtschatszone aus dem Boden stampfen, die das Interesse der Investoren auf sich zieht.

DELHI. Rund 30 Kilometer südwestlich vom Zentrum Neu Delhis erstreckt sich eine öde, staubgelbe Ebene – noch. Denn nach dem Willen von Mukesh Ambani wird dort ein neues Kapitel der Industriegeschichte Indiens aufgeschlagen: Auf 100 Quadratkilometern will Ambanis Reliance-Konzern die erste Sonderwirtschaftszone des Landes aus dem Boden stampfen, die internationalen Vergleichen standhält. 5,5 Mrd. Dollar steckt der Petrochemie-Riese in den Bau einer komplett neuen Stadt nach dem Vorbild von Shenzhen, Chinas erster Zone dieser Art.

„Dieses Projekt wird Indien ins globale Rampenlicht rücken“, verkündete Ambani hoffnungsfroh, als er kürzlich seine Unterschrift unter den Deal mit der Regierung des Bundesstaats Haryana setzte. „Es wird mit den besten Zonen in China, Dubai, Singapur und Malaysia konkurrieren.“ Ambani erwartet, dass neben lokalen Investoren ein Dutzend Fortune-500-Konzerne Fabriken oder Büros errichten und Arbeitsplätze für 200 000 Menschen schaffen werden. Geplant sind zudem ein Großkraftwerk, ein eigener Frachtflughafen, ein Containerumschlagplatz, Wohnungen für 400 000 Menschen sowie Einkaufszentren und Vergnügungsparks.

Sonderwirtschaftszonen wie die in Shenzhen gaben den Startschuss für Chinas von Auslandsinvestitionen getriebenen Exportboom. Nun sollen sie die lange stockende Industrialisierung in Indien beschleunigen. Auch Konzerne wie die Tata-Gruppe, Mahindra und Bajaj mobilisieren Kapital dafür. Der gesetzliche Rahmen steht seit Februar und die Regierung hat bereits 117 solcher Gebiete mit einem Investitionsvolumen von 23 Mrd. Dollar genehmigt.

Optimisten erwarten, dass die Enklaven Indiens Investitionsklima zumindest auf beschränktem Raum schnell verbessern. Sie bieten Investoren kräftige Steuererleichterungen, einen lockereren Regulierungsrahmen und gute Infrastruktur. Damit sollen sie Hürden schleifen, die einer exportorientierten Fertigung im Weg stehen. Indiens Ausfuhren steigen zwar seit längerem Jahr für Jahr. Sein Anteil am globalen Güterhandel beläuft sich aber erst auf 0,9 Prozent. Mit 100 Mrd. Dollar betrugen die Exporte im Vorjahr nur ein Siebtel der chinesischen Ausfuhren.

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