Industrieunternehmen Prym
Erst die Firma, dann die Familie

Prym ist Deutschlands ältestes Industrieunternehmen. Die Nachfahren des Gründers halten es mit Disziplin und Reformbereitschaft in ihrem Besitz. Jüngster Bruch: Erstmals seit 500 Jahren wird der Mittelständler nicht von einem Familienmitglied geführt.

STOLBERG. Unablässig rattern die grünen Maschinen in der Fabrikhalle, hämmern auf Messingstreifen ein und spucken kleine Ringe aus. Rund 3 000 Stück landen pro Minute in den Plastikkisten. Die kleinen Metallteile werden bald schon Kleidungsstücke in aller Welt zieren: als Druckknöpfe, einfach oder schick designt, aber immer dazu da, Taschen, Jacken, Hosen zusammenzuhalten. 15 Millionen Knöpfe für den Weltmarkt schaffen die Maschinen jeden Tag.

Willkommen bei Deutschlands ältestem Industrieunternehmen: William Prym aus Stolberg bei Aachen. Mit den Druckknöpfen, deren Technik Prym einst revolutionierte, ist die Firma in den zurückliegenden 100 Jahren in der Welt groß geworden. Doch ihr Name steht für mehr: Für fast 500 Jahre Unternehmensgeschichte, stolze Gesellschafter, Tradition und Brüche – und für ein Rezept, wie man eine Firma so lange in Familienbesitz hält.

Wer die Geschichte der Pryms erfahren will, kann eine der Chroniken wälzen oder ins Firmenarchiv in Stolberg gehen. Dort wird erzählt, wie Wilhelm Prym im Jahr 1530 die ersten Produkte aus Messing schmiedete. Wie Christian Prym 1642 zusammen mit sieben anderen Kupfermeisterfamilien aus Aachen ins benachbarte Stolberg flüchtete und dort die erste eigene Fertigung aufbaute; auf dem „Dollartshammer“, dort, wo heute die grünen Druckknopf-Maschinen rattern.

Man kann die Geschichte der Pryms aber auch spüren, wenn man einen Friedhof in Stolberg besucht. Es ist ja nichts Besonderes, dass Familien eine gemeinsame letzte Ruhestätte in Form einer Gruft haben. Bei den Pryms aber ist gleich ein ganzer Friedhof praktisch in Familienbesitz: der Kupfermeisterfriedhof, 1670 angelegt. Auf fast jedem Grabstein steht der Name Prym.

„Für uns ist es ein Ort des Gedenkens und der Erinnerung“, sagt Andrea Prym-Bruck. Sie zählt zur 19. Generation der Familie, der noch immer 100 Prozent der Firma gehört, und sie sitzt im Beirat des Unternehmens. Die Erinnerung besagt: Als Gesellschafter des ältesten deutschen Industrieunternehmens teilt man hohe Verantwortung, gemeinsame Werte, man will die Firma erhalten. Und deswegen gilt der Grundsatz: „Erst zählen die Interessen des Unternehmens, dann die der Familie.“

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