Infrastruktur
Philippinen investieren massiv in Häfen

Es ist kleines Mammutprojekt, das die Philippinen da auf den Weg bringen. Bis zu 70 Häfen mit schnellen Verlademöglichkeiten (RoRo) will das südostasiatische Land in den kommenden Jahren bauen. Der Wunschzettel der Philippinen für den Bau der Anlagen ist lang.

KÖLN. Die Philippinen planen den Bau von bis zu 70 Häfen mit schnellen "Roll-on/Roll-off"-Verlademöglichkeiten. Dies soll in Ergänzung zum großangelegten Überlandstraßen-Projekt "Strong Republic Nautical Highway" den intermodalen Transport von Waren und Personen auf dem Archipel nach vorne bringen. Gefragt sind dafür unter anderem vorgefertigte Hafenanlagenteile; aber auch die dezentrale Stromversorgung mithilfe von Solarzellen ist angedacht.

Um die Versorgung des Landes mit Gütern zu verbessern, haben die Philippinen ein "Greater Maritime Access Project" angestoßen. Wichtiger Bestandteil ist der Bau von verschiedenen Highways auf dem Land. Für die Verbindungen zwischen den Inseln mit RoRo-Schiffen werden bereits seit längerem Häfen angelegt. Innerhalb der nächsten vier Jahren ist Meldungen der philippinischen Regierung zufolge nun der Bau von weiteren 70 RoRo-Häfen geplant. Bis zum Ende der Legislaturperiode von Präsidentin Gloria Macapagal-Arroyo 2010 sollen mindestens die ersten 15 Projekte angestoßen werden.

Für die Finanzierung des mit rund 11,8 Mrd. Philippinischen Peso (philPeso; rund 245 Mio US$; 1 US$ = 48,0 philPeso) veranschlagten Vorhabens, wurde ein Kredit der BNP Paribas Bank in Höhe von 200 Mio. US$ gesichert. Hauptsächlich wird das Projekt vom Department of Transportation and Communications (DOTC) durchgeführt werden, unter Beteiligung der Philippine Ports Authority.

Auf dem Wunschzettel stehen vorgefertigte Stahlteile für die Hafenanlagen wie Piere (oder je nach Beschaffenheit ein Damm zum Ufer), Liegeplätze-Plattformen, Schiffsbefestigungen (Duckdalben) und Passagierterminals. Den" GMANews" zufolge stellt sich der Gouverneur der philippinischen Zentralbank auch den Einsatz von Solaranlagen vor. Die dezentrale Stromversorgung in ländlichen Gebieten ist in den Philippinen häufig problematisch.

Die Zentralregierung plant unter anderem in Süd-Cebu solche Hafenanlagen im Rahmen des Programms "Strong Republic Nautical Highway" (SRNH), im Gespräch sind die Standorte Samboan oder Santander. Die Orte verfügen zwar bereits über Häfen, allerdings soll mindestens einer der beiden durch den Ausbau ein wichtiger Baustein der Transportinfrastruktur werden. In Daanbantayan wurde 2007 ein solcher Hafenbau begonnen. Dieser soll als "Gateway" nach Naval in Biliran und Masbate in den Bicol-Provinzen dienen.

Die Philippinen bestehen aus über 7.000 Inseln, ein großer Teil des Transportes wird mithilfe von Schiffen durchgeführt. Der SRNH ist ein Hauptanliegen der Präsidentin und soll mit über 900 km Länge auch Impulse für den Tourismus in abgelegeneren Regionen bringen. Die drei Hauptstrecken - die Western Seaboard Route, der Central Nautical Highway und die Eastern Seaboard Route - sind als Verbindungen, die Land- und Seewege kombinieren, konzipiert. Damit soll eine Verbindung von Luzon nach Mindanao in den Visayas geschaffen werden.

Im April 2009 wurden zuletzt zwei Anlagen von der Präsidentin eröffnet - in Benite in der Provinz Southern Leyte und in Biliran in den Eastern Visayas. Der Hafen in Benite kann als typisch für die Projekte angesehen werden: Nach zwei Jahren Bauzeit besitzt er nun ein Betonpier, eine Roll-on/Roll-off-Rampe sowie ein 460 qm großes Wartegebäude. Für die Anlage wurden rund 72 Mio. philPeso aufgewendet.

Die Vorteile des RoRo-Verfahrens an den Häfen liegen dabei in den relativ kurzen Umschlagszeiten, bei gleichzeitig schonender Ladungsbehandlung, einer einfacheren Hafeninfrastruktur und hoher Flexibilität in der Ladungszusammensetzung.

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