Initiative
Mittelstand soll Internetmotor werden

Die IT-Branche will Mittelständler ins Internet locken - und hat dabei Rückendeckung vom Suchmaschinenriese Google.
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BerlinDie kleinen und mittleren Unternehmen gelten als das Rückgrat der deutschen Wirtschaft - im Internet sind bisher aber nur wenige von ihnen aktiv. Das will eine Initiative der IT-Branche ändern, die vom Internet-Riesen Google zusammengetrommelt wurde. Die Aktion „Online Motor Deutschland“ soll den Firmen den Weg ins Netz schmackhaft machen. „Wir glauben, dass der Wirtschafts-Motor Mittelstand auch der Internet-Motor in Deutschland sein kann“, sagte Google-Manager Stefan Tweraser am Donnerstag in Berlin. 

Die Initiative veranstaltet in diesem Jahr eine Info-Tour durch zehn große deutsche Städte. Dabei soll kleinen und mittleren Unternehmen die Vorzüge von Online-Auftritten erklärt werden. Zudem haben die Teilnehmer der Aktion ein Paket mit Gutscheinen im Wert von insgesamt rund 1000 Euro geschnürt. So gibt es von Google einen Werbegutschein im Wert von 100 Euro, beim Webhoster Strato kann man eine Website für zwölf Monate kostenlos ansiedeln. 

Die Aktion koste einen „mehrstelligen Millionenbetrag“, sagte Tweraser, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Google habe keine konkreten Erwartungen an einen eventuellen Umsatzschub durch teilnehmende Unternehmen. Allerdings gelte bei vielen Dingen: „Was gut ist für das Internet, ist am Ende auch gut für Google.“ Weltweit seien kleine und mittlere Firmen ein „wesentlicher Umsatzbringer“ für den Internet-Konzern. „Unser Ziel ist es wirklich, einen Impuls zu geben, damit der deutsche Mittelstand das Internet als Chance erkennt.“ 

Google mache etwa die Hälfte des Erlöse mit Unternehmen, die dieser Kategorie zugeordnet werden könnten, sagte der für das Geschäft in Deutschland, Österreich und der Schweiz zuständige Manager. Konkrete Pläne, im Zuge der Aktion weitere Google-Produkte wie Bürosoftware zu vermarkten, gebe es nicht.

Laut Angaben der Initiative haben aktuell erst 58 Prozent der mittelständischen Unternehmen in Deutschland eine eigene Website, 13 Prozent vermarkten ihre Produkte über einen Online-Shop. Das sei zu wenig. „Wer heute keine Website hat, wird nicht gefunden, dann existieren Sie für viele Menschen nicht“, gab Strato-Chef Damian Schmidt zu bedenken.

Deutlich wurde bei Vorstellung des Projekts allerdings, dass ein ernsthaft geführtes Online-Geschäft nicht unbedingt eine billige Angelegenheit ist. Für die Firma Bellybutton, die unter eigenem Markennamen Pflegeprodukte und Mode für Schwangere und Kinder vertreibt, sprach Geschäftsführerin Astrid Schulte von Kosten zwischen 400 000 und 500 000 Euro im Jahr. Das vor mehr als zehn Jahren gegründete Unternehmen hatte zuletzt einen Umsatz von rund neun Millionen Euro und macht 30 bis 50 Prozent seines Geschäfts im Internet.

 

 

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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