Innovative Investments
Eine patente Kapitalanlage

Das Thema Wertschöpfung aus Patenten hat die Finanzmärkte erreicht. Banken und Finanzdienstleister haben innovative Produkte kreiert, die es auch privaten Anlegern erlauben, aus dem reichlichen Wissensschatz von Tüftlern und Erfindern Nutzen zu ziehen.

MÜNCHEN. Mehrere Finanzhäuser in Deutschland ermöglichen Anlegern entweder auf dem Wege der Privatplatzierung oder über geschlossene Fonds den Einstieg in das vielfältige Patente-Spektrum. Schon in absehbarer Zukunft dürfte auch der erste Zertifikate-Emittent mit einem strukturierten Finanzprodukt auf die Patente-Wertschöpfungskette in Deutschland an den Markt kommen, wie eine Handelsblatt-Umfrage zeigt.

Dabei geht es im Kern darum, dass Dienstleister wie Fondsgesellschaften oder Patent-Unternehmen verwertbare Patente bei Erfindern oder Unternehmen ausfindig machen, identifizieren und auf ihr Potenzial überprüfen. Die Patente werden dann an andere Unternehmen gegen Zahlung von Lizenzgebühren verkauft. Ein anderer Weg ist die gemeinsame Gründung von Unternehmen durch spezielle Patentgesellschaften und die Erfinder. Der Gewinn für den Investor liegt dabei unter anderem im späteren Verkauf oder Börsengang des gegründeten Unternehmens.

"Wir halten das für eine sehr interessante Idee", sagt Funda Tarhan von ABN Amro in Frankfurt. "Ein brillanter Gedanke", ergänzt Petra Becher von der Schweizer Großbank UBS. "Aktuell haben wir das zwar nicht auf unserem Radarschirm, doch sehen wir hier durchaus Potenzial", sagt Markus Jakubowski von Société Générale. Die Branche beschäftige sich damit, müsse aber erst noch verschiedene Hürden überwinden, hieß es von anderer Seite.

Das Problem für die Zertifikate-Emittenten im Geschäft mit Patenten liegt in der fehlenden Liquidität der Basiswerte und dem dadurch für die Institute erschwerten Risikomanagement. Für ein solches Produkt würden sich andere Finanzierungs- und Strukturierungsformen nach derzeitigem Stand besser eignen, heißt es in der Branche.

Gleichwohl geht Gerd Schaeffer von Credit Suisse davon aus, dass die Erfolge der bislang existierenden Produkte schon bald Nachahmer finden und sich die findigen Köpfe der Banken auch neue strukturierte Produkte bis hin zu Zertifikaten einfallen lassen werden. "Wir werden die Idee auch mit anderen Finanzprodukten weiter umsetzen, weil dieser Markt ein noch riesiges unerschlossenes Potenzial bietet", sagte Schaeffer im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Bis die Finanzszene aber das auch von Kleinanlegern als geeignet erachtete strukturierte Finanzprodukt gefunden hat, werden sich die Anleger auf die existierenden Produkte wie geschlossene Patentfonds oder Trusts (Sammeltöpfe für Gelder institutioneller und vermögender privater Investoren) beschränken müssen. Die Nachteile auch dieser Finanzprodukte liegen aber in ihrer meist beschränkten Handelbarkeit und damit in einer für Kleinanleger ungünstig niedrigen Liquidität.

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