Insolventer Fahrradhersteller
Wurde Mifa von Beinahe-Investor ausgespäht?

Ein abgesprungener indischer Investor hinterlässt beim angeschlagenen deutschen Fahrradhersteller Mifa verbrannte Erde. Die Aktionäre hegen einen schwerwiegenden Verdacht.
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Düsseldorf Die Schlammschlacht um Deutschlands traditionsreichen Fahrradhersteller Mifa geht weiter. Laut einem internen Gutachten, das dem Handelsblatt vorliegt, hat ein Beinahe-Investor aus Indien kein Geld investiert, sondern vor allem eines gemacht: Abgekupfert.

Die Aktionäre der Mitteldeutschen Fahrradfabrik (Mifa) im ostdeutschen Sangerhausen, zu denen auch der Investor Carsten Maschmeyer zählt, prüfen jetzt, ob sie gegen den abgesprungenen Investor Hero Cycles klagen sollen. Wie aus dem vertraulichen Gutachten einer renommierten Frankfurter Anwaltskanzlei hervorgeht, werfen die Aktionäre dem indischen Unternehmen Wirtschaftsspionage vor. Die Anwälte listen Punkt für Punkt auf, wie sich Hero Cycles während der Unternehmensprüfung verhalten habe und was davon nach deutschem Gesetz strafbar sei. Die Vorwürfe reichen von „Industriespionage“ über „sittenwidrige Schädigung“ bis hin zur „Treuepflichtverletzung“.

Das Gutachten ist der nächste Höhepunkt in einer Auseinandersetzung, die derzeit auf dem Rücken der rund 800 Mitarbeiter der schwer angeschlagenen Mifa ausgetragen wird. Das Unternehmen hat zu Beginn dieser Woche Insolvenz anmelden müssen. Das Management wird zunächst selbst versuchen, mit den Gläubigern zu verhandeln und einen neuen Investor zu finden. Gelingt dies innerhalb der nächsten drei Monate nicht, wird ein Insolvenzverwalter eingesetzt, der dann die Regie übernimmt.

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Wurde Mifa von Beinahe-Investor ausgespäht?

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„Verwerflich und sittenwidrig“

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  • Insofern kann man jetzt verstehen, warum sich die Wirtschaftsverbände bei bilateralen Handelsabkommen wie TTIP besondere Klagewege zusichern lassen wollen.

  • ein alter asiatischer witz ueber inder:

    was macht man nachdem man einem inder die hand geschuettelt hat ?

    man zaehlt nach ob man noch alle finger hat !*

    natuerlich sind nicht alle so, aber leider zu viele.

  • In D ist das Verhalten bestimmt als sittenwidrig anzusehen. In Asien gilt Abkupfern aber er als eine Art von Bauernschläue, die dann der eigenen Volkswirtschaft zu gute kommt. Von daher dürfte nur eine Klage in D Sinn machen und nicht bei den eher nationalistisch geprägten Gerichten in Indien.

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