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Insolvenzrecht: Gläubiger bleiben bei Pleiten hart

Der Konjunktureinbruch katapultiert viele Firmen ins Aus und Experten rechnen mit einer stark steigenden Zahl der Firmenpleiten. Eigentlich wollte der Gesetzgeber durch das Insolvenzrecht helfen, dass zahlungsunfähige Unternehmen selbstständiger durch die Krise kommen. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus.

Alles muss raus: Firmenpleiten wie die von Hertie werden im kommenden Jahr zunehmen. Quelle: dpa
Alles muss raus: Firmenpleiten wie die von Hertie werden im kommenden Jahr zunehmen. Quelle: dpa

DÜSSELDORF. Viele Automobilzulieferer stehen derzeit vor dem Kollaps. Keinen Industriesektor hat die Rezession so hart getroffen. Umsatzeinbrüche von bis zu 40 Prozent lassen viele Betriebe um ihre Existenz zittern. Einige hat es bereits so hart getroffen wie Krautzberger aus dem hessischen Eltville. Der traditionsreiche Mittelständler produziert Anlagen zur Oberflächenveredelung. Ende 2008 brach das Geschäftsvolumen im Kernbereich um fast die Hälfte ein. Trotz Kurzarbeit konnten die Geschäftsführer Thomas und Holger Weidmann den Zusammenbruch nicht verhindern - sie beantragten Insolvenz.

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Der rasante Einbruch der Konjunktur katapultiert viele Firmen ins Aus. Experten rechnen mit einer stark steigenden Zahl von zahlungsunfähigen Unternehmen. Vielen von ihnen wird die Luft ausgehen - obwohl sie eigentlich über ein funktionierendes Geschäftsmodell verfügen. Nach einer Prognose der Wirtschaftsauskunftei Creditreform ist in diesem Jahr mit bis zu 35 000 Pleiten zu rechnen - ein Anstieg von 18 Prozent gegenüber 2008.

Doch das, was sich nach Ende anhört, kann auch eine Zukunft haben. Denn statt einer Zerschlagung oder Liquidierung des Unternehmens zuzusehen, streben etwa die Weidmanns die Sanierung mittels eines Insolvenzplanverfahrens an. Dabei wird das Insolvenzverfahren aufgehoben, sobald Gläubiger und Richter zugestimmt haben. Der Insolvenzverwalter führt dann die Geschäfte weiter - mitunter gemeinsam mit der alten Geschäftsführung.

Der für Krautzberger vom Amtsgericht bestellte Insolvenzverwalter Jürgen Blersch sieht gute Chancen: "Für ein im Kern intaktes Unternehmen wie Krautzberger ist ein Insolvenzplanverfahren die beste aller Lösungen." Sein Ziel ist es, die Firma über einen längeren Zeitraum zu entschulden und die knapp 100 Arbeitsplätze größtenteils zu sichern.

Doch ob dieses Instrument im Insolvenzrecht auch andere Unternehmen retten kann, ist fraglich - bisher kommt das Planverfahren nicht einmal bei einem Prozent der Firmenpleiten zum Einsatz. Auf noch weniger Akzeptanz bei den Gläubigern stößt die Insolvenz in Eigenverwaltung, bei der ein Unternehmer die Kontrolle über seine Firma behält. Auch hier gilt die Bedingung, dass Insolvenzrichter und Gläubiger zustimmen müssen.

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