Integrierte Planung
Liquidität sinnvoll steuern

In unsicheren Zeiten müssen Firmen damit rechnen, dass Forderungen von Kunden erheblich später beglichen werden. Im schlimmsten Fall droht einigen Unternehmen sogar die Insolvenz. Für viele Mittelständler wir eine integrierte Planungsrechnung darum immer wichtiger.

FRANKFURT Die Finanzkrise zeigt immer deutlichere Auswirkung in der Realwirtschaft. Mittelständler bekommen die sich zunehmend verschlechternde Geschäftslage besonders zu spüren. Durch die sinkenden Gewinne haben viele Unternehmen Schwierigkeiten, ihren Kreditverpflichtungen nachzukommen. Mit der Kreditvergabe zusammenhängende Covenants, also Mindestanforderungen an die Bilanzkennzahlen der Schuldnerunternehmen, können unter Umständen nicht mehr eingehalten werden und Sanktionen von der Konditionsverschlechterung bis hin zur Kündigung nach sich ziehen. Dies führt wiederum zu Liquiditätsengpässen im Unternehmen, die im schlimmsten Fall in einer Insolvenz münden.

In einer solchen gesamtwirtschaftlichen Situation ist eine integrierte Planungsrechnung, die sowohl die Plan-Gewinn- und Verlustrechnung, die Planbilanz und die Plan-Cash-Flow-Rechnung berücksichtigt, besonders wichtig. Mit Hilfe einer solchen Planungsrechnung können Fehleinschätzungen im Hinblick auf die zukünftige Unternehmensentwicklung vermieden und die Sicherstellung einer jederzeit ausreichenden Liquiditätsversorgung gesichert werden.

Um Liquiditätsengpässe zu vermeiden, sollten die Unternehmen ihr Liquiditätsmanagement optimal aufstellen, indem sie ihrer zukünftigen Unternehmensplanung eine detaillierte und stimmige Liquiditätsplanung zu Grunde legen. Die Unternehmen verfügen jedoch in vielen Fällen über eine genau geplante Gewinn- und Verlustrechnung, schenken der Erstellung einer Liquiditätsplanung und einer Working-Capital-Planung im Gegensatz dazu aber vergleichsweise wenig Beachtung. Solche Nachlässigkeiten können jedoch gerade in wirtschaftlich schwächeren Zeiten weitreichende Folgen haben, wie die zunehmende Anzahl an Unternehmensinsolvenzen bestätigt. Auch Unternehmen, die bereits eine detaillierte und umfassende integrierte Planungsrechnung haben, sollten diese im Anbetracht der Krisensituation nochmals überprüfen. Hier sollten insbesondere die zu Grunde liegenden Annahmen auf die Plausibilität in Anbetracht der wirtschaftlichen Krise beachtet werden.

Beispielsweise sollte darauf geachtet werden, dass sich durchschnittliche Forderungslaufzeiten in vielen Unternehmen erhöhen werden, da Kunden versucht sein werden, einen Teil ihrer Liquiditätsprobleme auf Zulieferer abzuwälzen. Hieraus resultierende so genannte Working-Capital-Erhöhungen und ein damit einhergehender Liquiditätsbedarf sollten im Rahmen einer Planungsrechnung berücksichtigt werden. Weiterhin wird in Forderungsfinanzierungsprogrammen ein so genannter technischer Forderungsausfall nach einer bestimmten Laufzeit unterstellt. Unternehmen die derartige Programme nutzen, sollten die Laufzeiten ihrer Ist-Forderungen mit den Anforderungen ihrer Forderungsverkaufsprogramme vergleichen und auf Reserven hinsichtlich der Höchstlaufzeiten achten. Gegebenenfalls sollten frühzeitig Verhandlungen mit Finanzierungsgebern und Partnern über die Verlängerung der ausgemachten Höchstlaufzeiten aufgenommen werden.

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