Intelligente Netze
Mit Smart Grids zu mehr Energieeffizienz

In Bürogebäuden, Fabrikhallen und anderen Immobilien schlummert immer noch viel Sparpotenzial. Eine kleine Firma hilft Konzernen, ihren Energiehunger zu reduzieren und geizt nicht mit starken Versprechen.
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FrankfurtWenn Peter Merkel über Smart Grids liest, von den großen Hoffnungen, die viele Konzerne damit verbinden, dann muss er immer ein wenig lächeln. Denn die intelligenten Netze, die den Stromfluss effizienter regeln sollen, sind für ihn längst Realität. Besser gesagt für die von ihm gegründete Wiritec GmbH im hessischen Bensheim. „Mit unseren Systemen und Programmen lassen sich bis zu 15 Prozent Energie sparen“, verspricht Merkel.

Ein starkes Versprechen, schließlich steht Energiesparen angesichts der explodierenden Energiekosten nicht erst seit gestern auf der Agenda der Konzerne. Doch Merkel weiß aus Erfahrung, dass in Bürogebäuden, Fabrikhallen und anderen gewerblichen Immobilien noch viel Sparpotenzial schlummert. Seit 1997 hilft er Unternehmen mit seiner anderen Firma Speedikon FM bei der Bewirtschaftung ihrer Gebäude. Schon bald merkte er, dass das Thema Energiemanagement ein Wachstumsmarkt ist und gründete vor zwei Jahren mit Wiritec ein Schwesterunternehmen, das sich voll auf diese Nische konzentriert.

Merkel weiß: Er ist nicht alleine in diesem Markt. Ob Energiekonzerne, Berater oder kleine Stadtwerke, sie alle wetteifern um den Zukunftsmarkt Smart Grids. Doch Merkel, dessen Firma mit gerade mal 15 Mitarbeitern ein Winzling im Markt ist, ist und bleibt selbstbewusst. „Wir arbeiten mit Industriekonzernen oder auch großen Energiekontraktoren zusammen. Wir bieten ihnen eine Basistechnologie, die sie sehr gut gebrauchen können.“ Der Leidensdruck der Unternehmen sei noch nicht groß genug, als dass die Sparmöglichkeiten im Energiebereich wirklich professionell angegangen würden.

Professionell, das bedeutet für Merkel nicht nur das Sammeln von Verbrauchsdaten. Vor allem die richtige Aufbereitung und die Interpretation der Daten seien wichtig. „Wir stellen die Daten in einen Zusammenhang mit den Abläufen – etwa in einer Fabrik – und können dann herausfinden, wie plausibel der tatsächliche Energiebedarf ist und ob die Anlage wirklich effizient arbeitet“, beschreibt Merkel das Vorgehen bei Wiritec. In einem Flughafengebäude ist es zum Beispiel relevant, wie viele Menschen sich dort zu welcher Zeit aufhalten. Entsprechend kann im Winter die Heizung und im Sommer die Klimaanlage gesteuert werden.

Schon das Sammeln dieser Informationen ist nicht ganz einfach, berichtet Merkel. „Es ist eine Menge Daten vorhanden, aber sie liegen an sehr verschiedenen Stellen.“ Die Daten werden im Schnitt alle 15 Minuten erfasst. Dadurch können die Firmen sehr schnell erkennen, wenn etwas aus dem Ruder läuft – und gegensteuern. Mit Hilfe der Daten können sogar Szenarien entwickelt werden, die bei der Planung neuer Hallen helfen. „In der Vergangenheit wurden die Anlagen aus Sicherheitsgründen häufig viel zu groß dimensioniert“, sagt Merkel.

Jens Koenen leitet das Büro Unternehmen & Märkte in Frankfurt.
Jens Koenen
Handelsblatt / Leiter Büro Frankfurt

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