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Türkei zieht Investoren an

Ungeachtet der anhaltenden politischen Auseinandersetzung um den EU-Beitritt bleibt die Türkei ein Magnet für Investitionen aus dem Ausland. Insbesondere die türkische Finanz- und Energiebranche steht im Fokus ausländischer Anleger.

ANKARA. Im vergangenen Jahr flossen ausländische Direktinvestitionen (FDI) in Höhe von 9,7 Mrd. Dollar in das Land – drei mal so viel wie 2004. Für dieses Jahr rechnet Finanzminister Kemal Unakitan mit Zuflüssen von bis zu 20 Mrd. Dollar.

Die Türkei lockt nicht nur mit hohen Wachstumsraten von durchschnittlich acht Prozent in den vergangenen vier Jahren und einer jungen, konsumfreudigen Bevölkerung. Anders als noch in den 1990er-Jahren bietet das Land heute auch relative politische Stabilität und gute makroökonomischen Rahmenbedingungen. Das sei vor allem der EU-Beitrittsperspektive zu verdanken, meint Charles Dallara, der Geschäftsführer des Institute of International Finance (IIF), einer Lobbyorganisation der größten Finanzinstitutionen der Welt.

Auf der Herbsttagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) lobte Dallara jetzt die wirtschaftlichen Strukturreformen der Türkei sowie ihre Erfolge bei der Inflationsbekämpfung und der Haushaltskonsolidierung. „Diese Stabilität ist eine Voraussetzung für langfristige ausländische Investitionen“, sagte Dallara.

Die Früchte der Reformpolitik zeigen sich vor allem im Bankensektor. Nachdem die Türkei den Schock der schweren Finanzkrise vom Frühjahr 2001 für eine entschlossene Sanierung des maroden Bankwesens nutzte, drängen jetzt immer mehr ausländische Finanzdienstleister an den Bosporus und kaufen sich bei türkischen Banken ein. Während ausländische Kreditinstitute vor vier Jahren erst drei Prozent des türkischen Marktes kontrollierten, sind es inzwischen rund 20 Prozent.

Wachsende Anziehungskraft auf ausländische Investoren entwickelt auch der türkische Energiesektor. „Wir müssen bis 2020 rund 130 Mrd. Dollar in Energieprojekte investieren, um die wachsende Nachfrage zu decken“, sagt Energieminister Hilmi Güler. Drei Viertel der Summe sollen in den Elektrizitätssektor fließen, der Rest überwiegend in Pipelines und Raffinerien. „Wir wollen, dass diese Investitionen aus der Privatwirtschaft kommen, nicht vom Staat“, unterstreicht Güler.

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