Interessierte Unternehmen dürfen nicht zu klein sein
Österreicher tun sichin der Ukraine leichter

Bei der aktuellen Privatisierung von knapp zwölf staatlichen Unternehmen will die M.A.C. Mergers & Akquisitions-Consulting GmbH in Wien gezielt deutsche und österreichische Mittelständler ansprechen, die sich nicht alleine in die Ukraine wagen wollen.

HB/rv DÜSSELDORF. „Die Österreicher haben bisher weniger Berührungsängste“, berichtet Peter Reiner, Partner der M.A.C., aus seiner Erfahrung. Das hat seinen Grund, denn „der Teil der Ukraine um Lemberg herum gehörte früher einmal zu Österreich-Ungarn.“ Die österreichische M.A.C. fungiert als westlicher Partner für Privatisierungsprojekte in der Ukraine. Die Gesellschaft wurde nach den Worten von Reiner vor 26 Jahren von österreichischen Banken gegründet und vor vier Jahren privatisiert. (E-Mail: office@mac.at /Tel: 0043/1/ 513 3370).

Bei der Privatisierung der ukrainischen Unternehmen kann laut Reiner eine Zwei-Schritt-Lösung gewählt werden: Für die Risikostreuung wird ein Joint Venture, also ein Gemeinschaftsunternehmen mit einem ukrainischen Partner, gewählt und der mögliche Ausstieg des einheimischen Partners bereits vertraglich festgelegt. Die andere Variante ist schlicht der Kauf des Unternehmens.

Interessenten müssen laut Reiner aber klare Anforderungen erfüllen: „Es muss ganz einfach die kritische Masse vorhanden sein, um die Übernahme auch organisatorisch bewältigen zu können.“ Sprachkenntnisse sind laut Reiner heute nicht mehr das Problem, da schon viele Ukrainer Weltsprachen sprechen. Die Unternehmen, die aktuell zur Privatisierung anstehen, bewegen sich in den Bereichen Holzverarbeitung, Ziegelei sowie der Herstellung von Stahlbetonteilen.

Michael Hamalij, Projektleiter Mitteleuropa und Ukraine im Ost- und Mitteleuropaverein (OMV) in Hamburg empfiehlt bei Privatisierungsprojekten das Delegiertenbüro der deutschen Wirtschaft (0038044/2345998) in Kiew oder den Ukrainischen Verband der Unternehmer und Industriellen (USPP), gleichfalls in Kiew, zu Rate zu ziehen.

Mit 50 Millionen Menschen habe die Ukraine noch viel zu bieten, urteilt Ostexperte Hamalij. Er gibt aber zu bedenken, dass der Mittelstand durchaus mit Vorsicht an Privatisierungsprojekte gehen sollte, er solle nicht zu klein sein und sich vor Ort „einen ordentlichen Partner mit lokalen Kenntnissen suchen“, um das Risiko klein zu halten. Joint Venture sind aus Hamalijs Sicht eine gute Basis.

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