Interim Manager
Manager zur Miete

Wenn Führungspositionen plötzlich unbesetzt sind oder komplexe Projekte nach besonderer Erfahrung verlangen, nehmen Interim-Manager im Chefsessel platz. Dass sie nach wenigen Monaten überflüssig werden, stört die Chefs auf Zeit dabei nicht. Es ist sogar ihr oberstes Ziel.

KÖLN. Jedes Mal wenn Ludger Albacht eine neue Arbeitsstelle antritt, wird er nach wenigen Monaten nicht mehr gebraucht. Deprimiert ist der 63-Jährige Münsteraner deshalb aber nicht: „Meine vornehmste Aufgabe ist es, mich überflüssig zu machen“, beschreibt Albacht seinen Job. Er ist Interim-Manager: Ein Manager auf Zeit, der einspringt, wenn Not am Mann ist oder sein Spezialwissen gebraucht wird. Und er ist eine Führungskraft, die ohne Murren und Abfindung wieder geht, wenn ihre Aufgabe erfüllt ist.

Wie Ludger Albacht sanieren und restrukturieren bundesweit mehr als 10 000 Mietmanager in Schieflage gekommene Unternehmen, führen Familienbetriebe durch den Generationenwechsel oder füllen Lücken in dünn gewordenen Personaldecken. Auch bei mittelständischen Betrieben werden die Zeitarbeiter in der Chefetage immer beliebter, weil die Vorteile des Verfahrens auf der Hand liegen: Interim-Manager sind weder betriebsblind, noch nehmen sie falsche Rücksicht, denn sie sind emotional nicht an das Unternehmen und die Kollegen gebunden.

Im Gegensatz zum klassischen Unternehmensberater entwickeln sie aber nicht nur ein Konzept, sondern setzen ihre Vorschläge gleich noch selbst um. „Ich habe ein, zwei Tage, um ein Unternehmen kennen zu lernen, Personal wie auch Prozesse zu verstehen“, sagt Interim-Manager Albacht, „Danach muss ich voll einsteigen.“ Nach wenigen Monaten verlässt er den Betrieb dann wieder. „Wenn ich gute Arbeit leiste, werde ich danach nicht mehr gebraucht.“

Gerade in Zeiten zunehmenden Mangels an geeigneten Führungs- und Fachkräften schätzen Personalchefs die schnelle Verfügbarkeit und Flexibilität der Interim-Manager, sagt Jürgen Becker, Vorstandsmitglied des Arbeitskreis Interim Management Provider (AIMP). Laut einer aktuellen AIMP-Studie ist das Überbrücken frei gewordener Führungspositionen mit 35 Prozent der häufigste Anlass für den Ruf nach einem Chef mit Frist-Vertrag.

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