Internationale Kooperation
Gemeinsam die Märkte aufrollen

In der Kooperation liegt die Stärke – davon ist Peter Bettermann, Chef des Familienkonzerns Freudenberg, fest überzeugt. Das Unternehmen aus Weinheim setzt auf Allianzen mit anderen Familienunternehmen aus Japan oder Italien und profitiert vom intensiven Austausch.

WEINHEIM. „Je globaler die Wirtschaft wird, umso mehr werden Partnerschaftsmodelle ihre Stärken beweisen“, sagt der 59-Jährige. Er weiß dies aus eigener Erfahrung: Freudenberg nutzt Allianzen vor allem in Asien und Europa und sucht sich dafür durchweg andere Familienfirmen, mit denen das Unternehmen aus Weinheim am Odenwald gemeinsam die Märkte aufrollt.

So etwa mit der japanischen NOK Corporation: Seit 46 Jahren hält die weltweite Allianz beider Firmen in der Produktion und Vermarktung von Dichtungs- und Schwingungstechnik. Die Partnerschaft ist ein Beispiel dafür, wie internationale Familienunternehmen sich mit ihren Stärken ergänzen und so voneinander profitieren können.

Schon Ende der fünfziger Jahre hatte Freudenberg Japan ins Visier genommen – man witterte Chancen, das Know-how dort zu vermarkten. Das gelang: Richard Freudenberg und der japanische Unternehmer Shogo Tsuru entschlossen sich zur Kooperation. Die Weinheimer beteiligten sich an Tsurus damals noch mittelständischer Firma NOK, und sie zahlten dafür mit technischem Know-how.

Inzwischen macht NOK mit 26 000 Mitarbeitern umgerechnet 3,2 Mrd. Euro Umsatz und bewegt sich damit in ähnlichen Größenordnungen wie Freudenberg (siehe „Die zwei Partner“). Dies ist nach Meinung von Experten eine wichtige Grundlage für erfolgreiche Allianzen: „Die Partner sollten in der gleichen Liga spielen. Bei großen Unterschieden in der Unternehmensgröße geht der Kleinere meist unter“, sagt Jürgen Behrend, geschäftsführender Gesellschafter des Scheinwerfer-Herstellers Hella, den mit dem Autozulieferer Behr eine tief greifende Kooperation verbindet.

Gemeinsames Geschäft von Freudenberg und NOK ist die Herstellung von Schwingungstechnik und von Dichtungen, die etwa in Autos eingesetzt werden. Einst startete die Allianz mit dem Technologieaustausch, das Know-how lieferten damals hauptsächlich die Deutschen nach Japan. Dies ist heute anders: „Aus der Einbahnstraße ist längst eine breite Autobahn mit dichtem Verkehr in beiden Richtungen geworden“, erläutert Bettermann.

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